Von Liebe und Verrat im Nationalsozialismus
Wenn es draußen wieder kalt und ungemütlich wird, zieht man sich mit einem spannenden Krimi zurück auf die Couch oder freut sich auf den Krimisalon im Polizeimuseum. Am Donnerstag, 29.Oktober (19 – 21 Uhr) geht’s wieder los.
„Liebe und Verrat im Nationalsozialismus“ erzählt die wahre Geschichte des einflussreichen und skrupellosen Ermittlers der Hamburger Staatspolizei, Kriminalkommissar Peter Kraus. Er macht die Kommunistin Hertha Jens nicht nur zu seiner Sekretärin, sondern auch zu seiner Geliebten. Bereitwillig gibt sie ihr Wissen über die Methoden der konspirativen Arbeit der damals verbotenen KPD (Kommunistische Partei Deutschland) preis und beteiligt sich an den polizeilichen Vernehmungen ihrer Parteigenossen. Gemeinsam geben Herbert Diercks und Elisabeth Kohlhaas Einblicke in die Strukturen der Staatspolizei (Gestapo) nach 1933. Dabei sind sie immer ganz nah an den Protagonisten Peter Kraus und Hertha Jens dran. „Am Beispiel dieser zwei Biografien wird deutlich, wie aus Täter und Opfer eine gemeinsame Täterschaft heranreift, die schließlich in einer Katastrophe endet“, sagt Diercks.
Die sehr persönliche Lebensgeschichte dieses widersprüchlichen Paares in Zeiten von Denunziation und Verfolgung gibt Einblick in den ganz normalen Alltag zur Zeit des Nationalsozialismus. Der Hamburger Historiker Diercks ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Seit 13 Jahren konzipiert er die renommierten Ausstellungen zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in der Hamburger Rathausdiele, u.a. zum Thema „Die Hamburger Polizei im Nationalsozialismus“. Die Politologin nd Zeithistorikerin Elisabeth Kohlhaas lebt und arbeitet in Leipzig. Sie forscht und veröffentlicht unter anderem über die Geschichte von Täterinnen im Nationalsozialismus, insbesondere über das weibliche Personal der Gestapo. „Wir werden mit Bildern und Dokumenten diese wahre Lebensgeschichte von Liebe und Verrat im Nationalsozialismus anschaulich und unterhaltsam erzählen“, verspricht Diercks.
Der „Krimisalon“ ist eine neue Veranstaltungsreihe des Hamburger Polizeimuseums. „Im kleinen Kreis von maximal 50 Besuchern laden wir in lockerer Atmosphäre zu Gesprächen mit Experten, Historikern und Krimiautoren ein. Exklusive Einblicke sind wie immer garantiert“, so Museumsleiter Joachim Schulz. Ausflüge in Hamburgs Stadt- und Kriminalgeschichte seien ebenso geplant wie Filmabende.
Polizeimuseum Hamburg Carl-Cohn-Straße 39 22297 Hamburg, Hotline: 040-4286 680 80 polizeimuseum@polizei.hamburg.de www.polizeimuseum.hamburg.de





