Themenschwerpunkt: URBAN SPECIES
Eine Kakerlake adoptieren, abends in den Straßen Hamburgs auf Wolfsafari gehen oder eine Nacht lang Tieren und Pflanzen vorlesen: Die Performances im Themenschwerpunkt URBAN SPECIES bieten vom 16. bis zum 18.Oktober ungewöhnliche Theatererlebnisse auf Kampnagel. Künstlergruppen aus nordischen Ländern und Deutschland zeigen Arbeiten, die sich im Spannungsverhältnis zwischen Stadt und Land sowie Mensch und Tier bewegen. Die unverfälschten Instinkte im städtischen Leben versucht beispielsweise das finnische Other Spaces Live Art Collective zu finden und lädt eine kleine Gruppe von Besuchern ein, eine Metamorphose vom Menschen zum Wolf zu erleben – beim Streifzug durch die nächtliche Stadt, allein und im Rudel. Nach einem kurzen Training in wölfischem Verhalten brechen die Teilnehmer auf und testen aus, wie es sich für die zwischenmenschliche Kommunikation adaptieren lässt. Club Real, ein Performancekollektiv aus Berlin, konfrontiert das Publikum in seiner Lecture Performance mit futuristischen Möglichkeiten von Biotechnologie und Genetik: Im Setting eines Geburtsvorbereitungskurses soll das Publikum entscheiden, ob es ungeborene Kinder einer neuen Gen-Behandlung unterziehen würde. Oder man kann lieber gleich eine Kakerlake adoptieren in der Performance ZOO der schwedischen Künstler Johan Forsman und Johan Rödström, die die Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Empathie ausloten wollen. Zu einer spezienübergreifenden Lese- und Schlaferfahrung lädt die finnische Gruppe Maus&Orlovski ein. Eine Nacht lang steht ein gemütlich eingerichteter Raum zur Verfügung für Menschen, Pflanzen und Tiere, die dort gemeinsam Zeit verbringen, miteinander reden oder einander vorlesen können. Neben den Performances werden verschiedene Installationen gezeigt: Die Berliner Künstler- und Architektengruppe Raumlabor präsentiert in einer Filmarbeit Landschaften rund um die Berliner Großbaustelle der Autobahn 100. Studierende der HFBK haben sich das Thema BAUERN & GESTALTER gesetzt, um ihre eigene Arbeit in Design, Film und Performance mit der von Landwirten aus der Region zu vergleichen. Theoretisch einordnen lässt sich der Themenschwerpunkt mit einem Vortrag von Esa Kirkkopelto, der als Professor an der Universität der Künste in Helsinki über menschliche und tierische Perspektiven in der Performancekunst forscht.





