Theater / Oper
„Tschüssikowski!“
Die abgefahrene Urlaubsrevue Dieses ewige Hamburger Schietwetter und überhaupt: Eigentlich sind wir doch alle total urlaubsreif. Doch wohin soll die Reise gehen? Berge oder Meer? Bayern oder Bahamas? All-inclusive im Luxusresort oder Camping im Regen auf Norderney?
Das fragt sich zum Beispiel die Familie Koschwitzki. Während Papa Koschwitzki – frei nach dem Motto „Die besten Reisen, das steht fest, sind die oft, die man unterlässt“ – am liebsten auf Balkonien bliebe, träumt seine Gattin von schwül-warmen Nächten unter exotischen Palmen, die pubertäre Tochter von Action und coolen Partys und der kleine Sohn will nur eins: Eis. Ein schwieriger Fall (bis auf das Eis), aber kein Problem für Reisefachmann Willy Fröhlich, den Rundumberater für den perfekten Urlaub von „Schmidt-Reisen, dem Reisebüro zum Schmidtmachen, Schmidtlachen und Schmidtreisen“!
Und nicht nur den Koschwitzkis kann geholfen werden: Willys Portfolio reicht von Afrika bis zur Antarktis, vom Bildungsurlaub auf den Balearen bis zum Extremtourismus an gänzlich gottvergessene Orte. Er weiß um die Herausforderungen der landestypischen Speisekarten und deren Auswirkungen auf die hiesige Darmflora – so gibt es auch Exkurse zur optimalen Reiseapotheke sowie Tipps zum gekonnten Krankfeiern. Vor allem aber einen riesengroßen Koffer voller poppiger Urlaubshits: von „Bailando“ bis „La Vida Loca“, von „Reif für die Insel“ und „Geh’n wie ein Ägypter“ über „Surfin‘ USA“ bis zu „Waka Waka“ und „Despacito“, das mal eben zur Hymne der dauernörgelnden deutschen Touristen umgetextet wird. Also, „Ab in den Süden“!
Die große Schmidt-Revue von Martin Lingnau und Heiko Wohlgemuth – eine rasante musikalische Weltreise mit Gute-Laune-Garantie! Foto: I. Boelter
„Tschüssikowski!“ – Die abgefahrene Urlaubsrevue 14. Januar bis 26. Februar 2022 im Schmidt Theater Di/Do 19.30 Uhr, Mi/So 19 Uhr, Fr/Sa 20 Uhr (nicht an Gastspieltagen) Karten ab 25,30 € (zzgl. 2,- € Systemgebühr je Ticket) Karten unter Telefon 040 / 31 77 88 99 und www.tivoli.de
„Heiße Ecke“ – Das St. Pauli Musical
Seit der Uraufführung am 16. September 2003 im Schmidts Tivoli hat sich „Heiße Ecke“ – Das St. Pauli Musical rund um den legendären Kiez-Imbiss zum wahren Dauerbrenner entwickelt: Mit über 16 Jahren Ensuite-Spielzeit und über 2,5 Mio. Zuschauer*innen ist „Heiße Ecke“ das erfolgreichste deutschsprachige Musical.
Die Reaktionen auf die Uraufführung waren grandios: Das begeisterte Publikum applaudierte stehend, die Presse feierte die „Liebeserklärung an St. Pauli“ (Nordsee-Zeitung) als „charmant und sexy, lasziv und ehrlich“ (Hamburger Abendblatt), die Welt schwärmte von einem „fast realen Märchen“ und die MOPO gar von „Hamburgs bestem Musical“. Seitdem kamen hier unzählige Würste auf den Grill und wurden mit einer großen Portion Herz, Schnauze und Humor am berühmtesten Imbiss der Reeperbahn serviert.
Jeden Abend schlüpfen die neun Darsteller*innen in über 50 Rollen und entführen in eine temporeiche Show rund um 24 Stunden am Kiez-Imbiss „Heiße Ecke“. Denn hier am Tresen von Hannelore und ihrer Crew trifft sich ganz St. Pauli: die leichten Mädels und die schweren Jungs, die Touristen vorm Musicalbesuch und die Müllmänner nach der Schicht, die Junggesellen aus der Vorstadt, die es mal so richtig krachen lassen wollen, und die Kiez-Urgesteine, die eigentlich längst die Schnauze voll haben, aber trotzdem nicht loskommen von der schrägsten Meile der Republik.
Theaterchef Corny Littmann und sein Team haben Hamburgs schillerndstem Stadtteil ein Denkmal gesetzt, das bis heute das Publikum begeistert. Derbe Schnacks und zu Herzen gehende Geschichten, wunderbare Stimmen und großartige Songs in einer mitreißenden Inszenierung, die den ganz normalen Wahnsinn rund um die Reeperbahn zeigt: Willkommen in der „Heißen Ecke“. 100 Prozent gefühlsecht! Foto: Brinkhoff/Moegenburg
„Heiße Ecke“ – Das St. Pauli Musical im Schmidts Tivoli Di/Do 19.30 Uhr, Fr/Sa 20 Uhr, Mi/So 19 Uhr, Sa auch 15 Uhr, So 14.30 Uhr (nicht an Gastspieltagen) Karten ab 19,80 € (zzgl. 2,- € Systemgebühr je Ticket) Karten unter Telefon 040 / 31 77 88 99 und www.tivoli.de
Die Gerechten
In diesem Jahr wurde zum zwölften Mal der START OFF Wettbewerb für Nachwuchs-Regisseur*innen ausgerufen. Gewonnen hat die Musiktheater-Regisseurin Alicia Geugelin mit ihrem Konzept zu DIE GERECHTEN, das am 27. Februar 2020 am LICHTHOF Premiere feiern wird.
Mit vier Darsteller*innen wird Alicia Geugelin in einem dokufiktionalen Musikschauspiel der Frage nachgehen, was den Freiheitskämpfer vom Terroristen unterscheidet, wann töten erlaubt ist und wie Überzeugungen entstehen, die Menschen zu Mördern werden lassen. Dafür trifft sie mit ihrem Team den RAF-Terroristen Christian Klar, der in den 60er Jahren Klavierschüler ihres Großvaters war. In Interviews möchte die Regisseurin seiner Motivation, Überzeugung und jetzigen Haltung zu seinen Taten auf den Grund gehen und seine Antworten mit Camus’ “Die Gerechten” für die Bühne verschränken. Die Handlung wird durch Musikstücke ergänzt, kontrastiert, in Frage gestellt oder verstärkt. Die Stücke werden durch den musikalischen Leiter Samuel Penderbayne für unterschiedliche Kombinationen der Bandbesetzung E-Bass, Schlagzeug, Gitarre, E-Piano und Stimme arrangiert.
Alicia Geugelin absolvierte ein Dirigier- und Klavierstudium in Mannheim, studierte Politikwissenschaft in Heidelberg und schloss 2018 ihr Musiktheaterregie-Studium an der Theaterakademie Hamburg ab. Ihre Inszenierung „Ich. Wir. Don Giovanni“ wurde für das Körber Festival Junge Regie 2018 am Thalia Theater Hamburg ausgewählt. Sie ist Preisträgerin des Warnke-Förderpreises 2017, Stipendiatin des Förderprogramms „stART.up“ der Claussen-Simon-Stiftung sowie Stipendiatin der Akademie Musiktheater heute.
Das Freie Theater bildet eine wichtige Säule der bundesdeutschen Theaterlandschaft. Es ist vielgestaltig, lebendig und gegenwartsorientiert und stellt einen attraktiven Arbeitsraum selbstbestimmten künstlerischen Schaffens dar.
Diesen Arbeitsraum eröffnet START OFF bereits im zwölften Jahr (eine Auflistung der bisherigen Preisträger*innen, darunter Felix Rothenhäusler, Christopher Rüping, Clara Weyde findet sich hier: http://www.lichthof-theater.de/startoff). Der Wettbewerb richtet sich an Regie- und Dramaturgieabsolvent*innen der Theaterakademie Hamburg (Schauspiel- und Musiktheater) sowie an Regieassistent*innen der großen Hamburger Theater, die bereits eigene Produktionen verwirklicht haben.
Er bietet die Chance, erste Schritte im Freien Theater zu machen, sich mit den Bedingungen, Erfordernissen und Möglichkeiten dieser strukturell spezifischen Form des Theaterschaffens vertraut zu machen und mit Unterstützung des LICHTHOF Teams Kompetenzen in allen Belangen des freien Produzierens zu erwerben.
Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus Christina Bellingen (Thalia Theater Hamburg), Ilka von Bodungen (Hamburgische Kulturstiftung), Laura Jakschas (Theaterakademie Hamburg), Bastian Lomsché (Deutschtes Schauspielhaus Hamburg) und Matthias Schulze-Kraft (LICHTHOF Theater) zusammen.
Der Wettbewerb ist mit 20.000€ dotiert, welche in die Realisierung des Gewinn-Konzeptes fließen. START OFF wurde vom LICHTHOF Theater in Kooperation mit der Theaterakademie Hamburg und der Hamburgischen Kulturstiftung ins Leben gerufen. Gefördert wird er von der Mara und Holger Cassens-Stiftung und der LICHTHOF Stiftung sowie von der Rusch Stiftung für ein Gastspiel in Berlin.
Der Frosch mit der Maske
Der „Frosch mit der Maske“ und seine Verbrecherbande terrorisieren seit Jahren London. Die Bande wird „Die Frösche“ genannt weil alle Ihre Mitglieder eine Frosch-Tätowierung am linken Handgelenk tragen. Nach der Ermordung des verdeckt ermittelnden Inspektor Genter wird der kauzige Sergeant Elk mit dem Fall betraut. Ihm zur Seite steht Staatsanwalt Richard Gordon. Doch die Ermittler können kaum einen Schritt machen, den der mysteriöse Bandenchef nicht voraussieht. Die Spur führt Dick Gordon und Sergeant Elk zunächst in den verrufenen Herons Club, dessen Betreiberin Lola Bassano offenbar gute Kontakte zur Unterwelt pflegt…
Vorstellungen: donnerstags bis samstags um 20.00 Uhr im Imperial-Theater.
Der Fall Furtwängler
Im Rahmen der Entnazifizierungsprozesse im Nachkriegs-deutschland muss sich Wilhelm
Furtwängler, der bedeutendste Dirigent seiner Generation, einer Befragung durch den amerikanischen Major Steve Arnold unterziehen. Dieser ist davon überzeugt, dass Furtwängler durch seine künstlerische Tätigkeit dem nationalsozialistischen Regime gedient hat. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, aus Anlass von Hitlers Geburtstag dirigiert zu haben. Die Beweislage bleibt unklar, Furtwängler provoziert Arnold, indem er sich auf Grundsätzliches beruft: Seine Mission sei von jeher das Bewahren künstlerischer Maßstäbe und musikalischer Qualität gewesen, gerade auch in einer Zeit der Vernichtung von Menschlichkeit. Am Schluss steht die Frage, welche Haltung wir dazu beziehen.
Einführung: Am Fr, 25.01. und Di, 05.02. laden wir Sie jeweils um 18.30 Uhr zu einer Stückeinführung in unser Foyer ein.
Podiumsdiskussion: Im Anschluss an die Vorstellung am Fr, 08.02. findet eine Podiumsdiskussion in Kooperation mit der Universität Hamburg im Foyer statt.
TheaterPlus: Die Vorstellung am Sa, 09.02. um 19.30 Uhr wird mit Gebärdensprachdolmetscher*innen und einer Stückeinführung um 18.30 Uhr angeboten.
Die Vorstellungen laufen bis zum 17. Februar, jeweils 19.30 Uhr im Ernst Deutsch-Theater.
La Rondine
Lyrische Komödie von Giacomo Puccini.
Im Pariser Modesalon ‚Rambaldo’ wird die neueste Kollektion des Meisters einem letzten Testlauf unterzogen. Magda, Rambaldos Geliebte und Topmodel, ist von einer unstillbaren Sehnsucht getrieben und will, gleich einer Schwalbe, sich aufschwingen in weite Fernen auf der Suche nach dem alles erfüllenden Glück.
Als Roger, ein braver junger Mann aus der Provinz plötzlich im Salon auftaucht, glaubt Magda in ihm das Ziel ihrer Sehnsucht zu erkennen. Auch Roger meint, in ihr das Idealbild seiner Traumfrau zu finden. Im tanzenden Trubel des Pariser Nachtlebens versprechen sie sich gegenseitig Liebe und häusliches Glück. Im Überschwang der Gefühle beendet Magda ihre Beziehung zu Rambaldo und verabschiedet sich von Paris. Doch ihre Sehnsucht stillt sich nicht. Das Nest, das Roger ihr baut, engt sie ein. Diese Welt ist ihr zu klein, zu vorgezeichnet. Sie entfremdet sich zusehends von dem Geliebten. Und wieder will die Schwalbe ihre Flügel ausbreiten und sich davon machen ins unbestimmte „Irgendwohin“.
Die Vorstellung sind zu sehen am 18.-26.5. jeweils um 19.30 Uhr im Allee-Theater.
Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse
Was tust du, wenn plötzlich ein Kind im Wohnzimmer steht, das du nicht bestellt hast? Ein Laborkind aus dem Katalog? Frau Berti Bartolotti bekommt eine riesige Konservenbüchse geliefert, aus der ein Junge steigt. Konrad ist aussergewöhnlich artig, vorbildlich erzogen und sehr gebildet. Frau Berti Bartolottis Freund ist begeistert. Konrads neue Mitschüler weniger. Nur Kitty mag Konrad sehr gerne und wird seine Freundin. Als sich herausstellt, dass Konrad eine Fehllieferung war, muss Konrad ein richtig unerzogener Junge werden, damit die Fabrik ihn bloß nicht zurück haben will.
Die Geschichte, die Christine Nöstlinger 1975 erfunden hat, ist im Zeitalter von Genmanipulation, der Diskussion um Designer-Babys und Helikoptereltern aktueller denn je. Genauso wie die Frage, wie wir mit Menschen umgehen, die anders sind. Darüber hinaus ist sie aber vor allem ein großer und spannender Spaß für die ganze Familie!
Für Kinder mit Schul- oder Vorschulerfahrung (ab 6 Jahren). Das Kindertheater ist zu sehen am 19., 26., 27.5. + 2. + 3.6. jeweils um 15.00 Uhr, am 20.5. um 16.00 Uhr im Theater für Kinder.
Heisenberg
London, eine große Bahnhofshalle. Alex Priest, 75, sitzt auf einer Bank, als sich plötzlich eine jüngere Frau nähert und ihn in den Nacken küsst. Offensichtlich eine Verwechslung. Sie stellt sich als Georgie Best vor, 42, und setzt sich zu ihm. Alex ist befremdet, aber nach kurzer Zeit auch fasziniert von dieser Person, die ungefragt ständig widersprüchliche Lebensdetails offenbart. Ist sie nun Kellnerin, Killerin oder Sekretärin, der Mann tragisch verstorben, einfach abgehauen oder war sie gar nicht verheiratet? Direkt bis zur Unverfrorenheit, schamlos mitteilsam und ziemlich entwaffnend, wirbelt Georgie das pedantisch organisierte Einsiedlerleben von Alex gehörig durcheinander.
Simon Stephens (*1971) ist der weltweit erfolgreichste britische Dramatiker seiner Generation. Der Titel verweist auf Werner Heisenbergs Unschärferelation. Auch für die Physik der Liebe gilt, wie bei jedem Experiment, dass der beobachtete Gegenstand sich durch die Betrachtung unweigerlich verändert. ›Heisenberg‹ ist eine Hommage an die unzähligen Möglichkeiten unseres Lebens und an die Veränderungen, die Liebe bewirken kann. Ein Fest für zwei virtuose Schauspieler.
TheaterPlus
Die Vorstellung am Mi. 23. Mai um 19.30 Uhr wird mit Gebärdensprachdolmetschern angeboten. Wir laden Sie außerdem eine Stunde vor Vorstellungsbeginn im Foyer zu einer Stückeinführung ein.
Die Vorstellungen sind am17.-19. + 21.-25.5. jeweils um 19.30 Uhr, am 20.5. um 19.00 Uhr und am 26.5. um 15.30 Uhr im Ernst Deutsch Theater.
Die spontane Breitseite
Exorbitant, verspielt, bravourös verstrickt – auf jeden Fall mitreißend! Science Fiction für Cowboys oder eine Liebesgeschichte zwischen Maulwürfen – alles ist möglich – mit Hilfe der Zuschauer schreibt das Leben in dieser Show seine Geschichten. Die Helden der Steifen Brise setzen die Vorgaben des Publikums rasend schnell um, unterstützt von parabelgleichen Klangbeiträgen des Musikers.
Die Improshow in Bergedorf ist am 17. Mai um 20.00 Uhr in der Lola, Lohbrügger Landstr. 8.
Morden im Norden: 5,4,3,2,1. Mord.
Drei Verdächtige, ein Opfer, ein Ermittler und eine professionelle Spurensicherung – mehr braucht das Theater Steife Brise nicht, um mit den Zuschauern einen interaktiven Krimiabend zu verbringen. Die Zuschauer bestimmen über die Schicksale der Akteure: wer ist das Opfer? Wer die Verdächtigen? Ein Mordsspaß!
Der Improkrimi der Steifen Brise findet statt am 11. April um 20.00 Uhr im Imperial Theater.
De Seewulf
Schauspiel nach dem Roman von Jack London
Auf den Weiten des Ozeans gerät ein Fährdampfer in Seenot. Unter den Schiffbrüchigen ist Humphrey van Weyden, ein Gelehrter und Kenner des angenehmen Lebens. Hilflos und nahezu ohnmächtig treibt er in den eiskalten Fluten, als ein Schiff aus dem Nebel auftaucht. Statt den in letzter Not Geretteten an Land abzusetzen, zwingt Kapitän Wolf Larsen ihn aus einer Laune heraus, sein Kajütjunge zu werden. Unterwegs mit der „Ghost“ lernt van Weyden eine Welt voller Gewalt und niederer Begierden kennen, in der Wolf Larsen als unangefochtener König der See eisern regiert. Niemand an Bord scheint sich gegen ihn zur Wehr setzen zu können. Bis durch ein weiteres Schiffsunglück eine Frau an Bord kommt und die Ereignisse sich überschlagen … Jack Londons Abenteuerroman, ein Klassiker der Weltliteratur, der Frank Grupe als Vorlage für die Ohnsorg-Bühnenfassung diente, ist ein psychologisches Meisterwerk über Zivilisation und rohe Gewalt, Macht und Abhängigkeit, und beschäftigt sich zudem mit der zeitlosen, geradezu hoch aktuellen Frage, ob man in einer inhumanen und brutalen Umgebung überleben – und seine moralischen Werte behalten kann. Als TV-Vierteiler (u.a. mit Raimund Harmstorf) war Londons Geschichte in den 1970er Jahren ein absoluter Straßenfeger.
Premiere am 08. April | Laufzeit bis 26. Mai 2018, Foto: Sinje Hasheider
Weihnachten auf dem Balkon
von Gilles Dyrek. Deutsch von Annette und Paul Bäcker, Regie: Jürgen Wölffer.
Zwei Familien, zwei Balkone, 12 Rollen, aber nur sechs Schauspieler, die blitzschnell zwischen den Rollen wechseln müssen – das sind die Zutaten für Gilles Dyreks außergewöhnliche Komödie. Endlich Weihnachten – das Fest der Liebe, der Verheißungen und Heilsversprechen. Auch bei zwei Pariser Familien ist der Heiligabend in vollem Gange. Doch statt anheimelnder Ruhe und behaglichem Beisammensein entwickelt sich der Weihnachtsabend zum Albtraum der familiären Eintracht – wer kennt das nicht?
Austragungsort: der heimische Balkon. Und in den zwei „ganz normalen“ Familien“ herrscht jede Menge Konfliktpotential: Eine genervte Hausfrau und Mutter, eine glückliche Schwangere, eine resolute Schwiegermutter, zwei mal zwei gegensätzliche Brüder, ein eigensinniges Kind, ein pubertärer „Grufti“, ein falscher Arzt, ein richtiger Schlachter, ein Großvater und schließlich ein Weihnachtsmann lassen die familiären Abgründe für den Zuschauer zu einem höchstamüsanten Spektakel kulminieren, bei dem kein Auge trocken bleibt. (Foto: Michael Petersohn)
Premiere am 11. November 2016. Laufzeit bis 08. Januar 2017, täglich außer montags (Di.-Sa. 19:30 Uhr, So. 18:00 Uhr, an ausgewählten Terminen auch um 15:30 Uhr) in der Komödie Winterhuder Fährhaus.
Die Wunderübung
Komödie von Daniel Glattauer • Regie: Rüdiger Hentzschel mit Elisabeth Lanz, Peter Prager und Christoph Tomanek.
Es fing alles so schön an: Bei einem Tauchurlaub haben Joana und Valentin sich kennengelernt und verliebt. Nun, nach vierzehn Jahren Ehe, haben sie sich in Macht- und Beziehungskämpfe verstrickt. Sie wirft ihm vor, er habe sie betrogen und lasse sie mit der Erziehung der beiden Kinder total alleine. Er findet sie einfach nur dominant und anstrengend. Um ihrer Ehe eine letzte Chance zu geben, suchen die beiden Hilfe bei einem Paartherapeuten und laufen in seiner Praxis zur Höchstform auf.
Der Eheberater versucht die beiden mit Paarübungen und Rollentausch aus der Reserve zu locken, um vielleicht noch das Wunder der Versöhnung zu bewirken. Eine schier unlösbare Aufgabe für den Therapeuten, der ebenfalls in Schwierigkeiten zu stecken scheint.
Nach „Gut gegen Nordwind“ beweist Autor Daniel Glattauer einmal mehr sein großes Talent für pointierte Dialoge und überraschende Wendungen. In „Die Wunderübung“ gelingt ihm das ebenso gefühlvolle wie bissige Porträt eines Paares, dessen beste Zeiten vorbei sind, das aber seine Liebe noch nicht aufgegeben hat. Lebensnah und sehr komisch.
Premiere am Freitag, den 15. Januar 2016 um 19.30 Uhr in der Komödie Winterhuder Fährhaus.
Auf ein Neues
Komödie von Antoine Rault mit Marion Kracht, Daniel Morgenroth und Lene Wink. Catherine ist eine selbstbewusste und erfolgreiche Powerfrau Mitte vierzig. Obwohl geschieden und alleinerziehend, hat sie dank ihrer Energie und ihres Durchsetzungsvermögens in ihrem Beruf Karriere gemacht. Weniger erfolgreich ist sie als Mutter ihrer pubertierenden Tochter Sarah, die sich von der dominierenden Mutter missverstanden und unterdrückt fühlt.
Am Heiligabend stolpert Catherine vor ihrer Wohnungstür über den abgerissenen und angetrunkenen Clochard Michel, schmeißt ihn kurzerhand hinaus und schickt ihn erbarmungslos wieder in die Kälte. Das schockiert Sarah so sehr, dass sie ihre Mutter als herzloses Monster beschimpft. Um ihrer Tochter das Gegenteil zu beweisen, lädt sie Michel ein, mit ihnen Weihnachten zu feiern – und bei diesem gemeinsamen feucht-fröhlichen Abend entsteht der Plan, ihn von der Straße zu holen. Schließlich ist Weihnachten das Fest des Gebens – und Catherine kann viel geben – vor allem Orientierung! Es folgen kleine und große Katastrophen, denn es läuft anders als geplant…
Premiere am Freitag, den 13. November 2015 um 19.30 Uhr in der Komödie Winterhuder Fährhaus.
Die unendliche Geschichte
von Michael Ende: Bastian Balthasar Bux flieht vor seinen Mitschülern und findet Unterschlupf im Antiquariat von Karl Konrad Koreander. Wie zufällig findet er dort ein Buch, das ihn magisch anzieht und ihn in eine fremde Welt entführt. Denn obwohl Koreander es ihm verboten hat, beginnt Bastian heimlich „Die unendliche Geschichte“ zu lesen: Irrlichter, Winzlinge, Nachtalbe und Borkentrolle sind auf der Flucht vor einem mysteriösen Nichts, das alles verschlingt. Phantásien, das Land der Fantasie, ist in Gefahr! Die todkranke Kindliche Kaiserin, Herrscherin über Gut und Böse, beauftragt Atréju, einen furchtlosen Jungen und genau das Gegenteil von Bastian, das Schicksal aufzuhalten. Gelingt es Atréju, gemeinsam mit dem Glücksdrachen Fuchur, Rettung zu finden? Seite um Seite gerät Bastian tiefer in den Sog der unendlichen Geschichte, bis er erkennt, dass er selbst aufgerufen ist, Atréju zu helfen. Er muss sich entscheiden, ob er der eigenen Fantasie vertraut. Oder haben seine Mitschüler doch Recht, und er ist nur ein Spinner, ein Fantast?
Michael Ende, der seine Karriere als Schauspieler und Dramatiker begann, schrieb mit diesem Roman 1979 einen Gegenentwurf zu einer rationalen Welt, die nur noch „eine teilnahmslose und wesenlose Maschinerie“ sei und „nach einer begrenzten Anzahl physikalischer Gesetze“ funktioniere. Im ersten Teil von „Die unendliche Geschichte“ erzählt Ende von Sehnsucht, Freundschaft und Abenteuern und ermutigt, nach einem Gleichgewicht zwischen Fantasiewelt und realer Welt zu suchen. Die Faszination dieses ersten deutschsprachigen Fantasy-Weltbestsellers hält bis heute an. Rüdiger Pape bearbeitet nach seiner Inszenierung „Momo“ am Schauspiel Düsseldorf einen weiteren Stoff des Autors Michael Ende für die Bühne und begibt sich mit seinem Team auf die Suche nach Phantásien in unserer Alltagswelt und im Theater.
Ensemble: Christina Geiße, Paul Grote, Pascal Houdus, Marie Jung, Paul Schröder, Steffen Siegmund, Milena Straube, Marina Wandruszka. Familienstück ab 10 Jahren
Premiere am 8. November um 15 Uhr im Thalia Theater. Weitere Vorstellungen am 11. November um 10 Uhr und am 29. November um 11 Uhr.
Engel in Amerika
von Tony Kushner. 1985 waren es zwar noch fünfzehn Jahre bis zum Millennium, aber Amerika schlingerte bereits auf den Nullpunkt zu. Die Köpfe und Körper der Menschen waren infiziert: Aids grassierte in New York. Es begann mit Sarkomen und Hautgeschwüren und endete im Delirium. Die Regierung des Präsidenten Ronald Reagan war nicht nur ratlos, sondern ignorant gegenüber der Epidemie.
In Tony Kushners Theaterstück „Engel in Amerika“ lässt sich der korrupte Rechtsanwalt Roy M. Cohn, einer der wesentlichen Machtmakler der Republikaner, von seinem Hausarzt Leberkrebs diagnostizieren, weil Aids eine Sache für Leute sei, „die keinen Einfluss haben“. Ein schwules Paar trennt sich, weil der Gesunde die Nähe des Erkrankten nicht erträgt, und eine Mormonenehe zerbricht, weil der Mann vor seiner Frau seine wahren Neigungen, Männer zu lieben, nicht länger verbergen kann. Amerika ist ein hilfloses Land voll Schmerz, Verletzungen und Halluzinationen. Man wartet auf die Rückkehr des Messias, aber vermutlich nähert sich die Welt ihrem Ende, „die Vögel erblinden, die Eisberge schmelzen“. Der Staat ist abgewirtschaftet und die Natur ist ruiniert. Steht eine Zeitenwende bevor?
„Engel in Amerika“ wurde 1993 uraufgeführt. Kushner erhielt für sein Drama eine Vielzahl von Auszeichnungen (darunter einen Pulitzerpreis). Auch oder gerade, weil Kushner nicht ein didaktisches selbstmitleidiges Agitations-Melodram kreiert hat, sondern ein Verwirrspiel aus Dokudrama, Lehrstück und neuem bürgerlichen Trauerspiel zu einem bitteren Gesellschaftspanorama. „Engel in Amerika“ war für eine ganze Generation polarisierend wie inspirierend gleichermaßen: Schwule outeten sich, Aidskranke schöpften Mut. Kushners Drama wurde Schulstoff und erlebte in den letzten zwanzig Jahren immer wieder besondere Aufmerksamkeit: So 2003 durch die legendäre TVMiniserie von Oscar-Preisträger Mike Nichols für den Pay-TV-Sender HBO mit den Hollywoodstars Al Pacino und Meryl Streep und zuletzt in Ivo van Hoves Inszenierung mit der Toneelgroep Amsterdam, die seit 2013 selbst am Off-Broadway zum Gastspiel-Renner wurde.
Das eigentlich siebenstündige Werk, es besteht aus zwei Teilen, sieht vor, dass jeder Schauspieler mehrere Figuren verkörpert. Daraus ergibt sich die Forderung, auf der Bühne sehr unterschiedliche Darstellungsweisen zu entwickeln. „In seiner Erzähl-Struktur war das Stück seiner Zeit voraus, die Szenenführung ist über weite Strecken filmisch, verschachtelt, es gibt Parallel-Szenen, das Verschwimmen von Realitäten mit Halluzinationen und Visionen, Verschränkung verschiedener Zeitebenen und räumlicher Ordnungen. Hier fordert der Text einen geradezu heraus, bei einer heutigen Umsetzung diese Strukturen weiter zu treiben, die Erzählweise noch komplexer aufzuladen und so eine fruchtbare (Über)forderung auszulösen zwischen einer spannenden und suggestiven Handlung einerseits und einer Erzählweise, die die Komplexität des Themenkosmos formal spiegelt,“ schreibt Regisseur Bastian Kraft in einem Brief an die Dramaturgie des Thalia Theaters und weiter: „Das zentrale Thema in ‚Engel in Amerika‘ ist die Zeitenwende. Die Frage: In welchem Zeitalter leben wir? Was ist sein Paradigma? Woran glauben wir, nachdem es keine verbindende Religion mehr gibt, keinen sinnstiftenden Überbau (eben keine Engel in Amerika), und die grenzenlose Freiheit der Individuen und Märkte uns haltlos zurücklässt? Diese Fragen formuliert Kushner vor dem Hintergrund der Aids-Krise im Reagan-Amerika der 80er-Jahre mit großer Schärfe. Wir begegnen Menschen, frustriert von einer Politik, die die Interessen der Märkte über die des Sozialen setzt. Menschen, die angesichts der jähen Konfrontation mit dem sich rasant verbreitenden Todesvirus einen Lebenssinn ersehnen, den die säkularisierte Welt ihnen nicht zu geben vermag. In diesem Szenario fühlen die Figuren eine Zeitenwende kommen, spüren, dass eine Neu-Orientierung der Welt unumgänglich ist.
Heute, 30 Jahre später, müssen wir einsehen: Diese Zeitenwende steht noch immer aus.“ Harper: „Ich habe das Gefühl … irgendwas stürzt bald ein. Es ist 1985. Noch fünfzehn Jahre bis zum dritten Jahrtausend. Vielleicht kehrt der Messias wieder. Vielleicht werden Sämlinge gepflanzt, vielleicht wird noch geerntet, vielleicht gibt es frühe Feigen, vielleicht neues Leben, vielleicht frisches Blut, vielleicht Gemeinschaft und Liebe und Geborgenheit, Sicherheit vor dem, was draußen ist, vielleicht hält die Tür stand, oder vielleicht … vielleicht wird das Unheil kommen, und das Ende wird kommen, und der Himmel wird einstürzen, und es wird furchtbare Regengüsse geben, Kaskaden giftigen Lichts, oder vielleicht ist mein Leben ja auch in Ordnung, vielleicht liebt mich Joe, und ich bin verrückt, was anderes zu denken, oder vielleicht auch nicht, vielleicht ist ja alles viel schlimmer, als ich weiß, vielleicht … will ich es erfahren, vielleicht auch nicht. Die Ungewissheit, die bringt mich um.“
„Noch fünfzehn Jahre bis zum dritten Jahrtausend.“ – 2015 ist insofern der perfekte Zeitpunkt, dieses Stück wieder zu entdecken – fünfzehn Jahre nach dem Millennium, das im Text wiederholt als magischer Moment antizipiert wird, den wir nun aus der Distanz befragen können: Wie weit sind die Menschen gekommen seither?“
Hogen Besöök – Der Besuch der alten Dame
Tragische Komödie von Friedrich Dürrenmatt. Bearbeitung von Jens Pesel. Plattdeutsch von Frank Grupe
Mit: Laura Bleimund, Beate Kiupel, Birte Kretschmer, Meike Meiners, Christian Richard Bauer, Manfred Bettinger, Robert Eder, Markus Gillich, Frank Grupe, Erkki Hopf, Till Huster, Oskar Ketelhut, Nils Owe Krack
Claire Zachanassian (Beate Kiupel) ist zurück. Der Besuch der alten Dame, die ihren Heimatort Güllen vor vielen Jahren unter dubiosen Umständen verlassen hatte, um in der weiten Welt zu Macht und Reichtum zu kommen, wird mit Sehnsucht erwartet. Güllen ist nämlich pleite. Aus dem einst florierenden Städchen ist ein heruntergekommenes Kaff geworden. Von Claires Rückkehr erhoffen sich die Güllener Aufschwung und neuen Wohlstand. Alfred Ill (Frank Grupe), seinerzeit Claires Liebhaber, soll den Boden bereiten und das Herz der Milliardärin erweichen. Und tatsächlich zeigt sich die Dame unerwartet großzügig: Eine Milliarde will sie zur Verfügung stellen, zur Hälfte für die Stadt, zur Hälfte aufgeteilt unter allen Familien. Allerdings stellt Frau Zachanassian eine schreckliche Bedingung, die die Bewohner Güllens zunächst empört zurückweisen. Doch die Macht des Geldes erweist sich als zu stark …
Friedrich Dürrenmatts Welterfolg steht in einer von Jens Pesel eigens für das Ohnsorg-Theater geschriebenen Fassung auf dem Programm.
Premiere: 11. Oktober 2015, 19.30 Uhr im Ohnsorg-Theater, Laufzeit: bis 13. November 2015.
Die Kassette
Von Carl Sternheim.
Die sieben Todsünden werden in diesem bürgerlichen Lustspiel vorgeführt: Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid und Faulheit. Das macht Spaß. Und sollte es am Ende womöglich um die Frage: „Geld oder Liebe?“ gehen, dann scheint sich unser Protagonist, Heinrich Krull, ganz klar für Ersteres zu entscheiden. Dabei ist er gerade erst von der Hochzeitsreise mit seiner blutjungen zweiten Ehefrau Fanny heimgekehrt. Dort wartet seine fast gleichaltrige Tochter Lydia und ihre scharfzüngige Tante Elsbeth, die sich nun, in der neuen Konstellation, im Abseits fühlt. Prompt stellt sie Heinrich Krull eine hochattraktive Erbschaft in Aussicht. Im Handumdrehen wird sie von Krull umgarnt und in den Mittelpunkt seines Interesses gestellt, was seiner gerade erst angetrauten „süßen Puppe“ überhaupt nicht gefällt. Zugespitzt werden die Familien- und Liebeswirren zusätzlich durch Seidenschnur, einen Fotografen, der im Hause Krull für Hitze sorgt. Was folgt, ist jede Menge Ärger. Am Ende sieht sich Tante Elsbeth zu einer drastischen Maßnahme gezwungen, da die Gier nach Geld der gesamten Familie den Kopf verdreht!
Es spielen: Karoline Bär, Jonas Hien, Anja Laïs, Bastian Reiber, Götz Schubert, Michael Weber, Gala Winter
Premiere am Samstag, 3. Oktober um 20 Uhr im SchauSpielHaus.
Die Dreigroschenoper
Von Bertolt Brecht, Musik von Kurt Weill.
London, Soho 1928. Hier regiert, wer die Klaviatur der Korruption beherrscht. Hier werden die Regeln des Marktes neu definiert, hier wird das Elend der Menschen zur Ware und das Verbrechen zum alternativen Geschäftsmodell erklärt. Jonathan Peachum, Boss einer Bettlermafia, treibt seinenerfolgreichen Handel mit der Beratung und Ausstattung der Ärmsten und setzt auf das schlechte Gewissen der Menschen. Gangsterboss Mackie Messer dagegen hat sich ganz dem dunklen Crime-Business des Raub und Mord verschrieben und ist wegen seiner exzellenten Kontakte zu seinem alten Kriegskameraden Tiger Brown, der oberster Polizeichef Londons ist, gut vernetzt. Doch als Mackie Peachums Tochter Polly heiratet, kommt es zur Auseinandersetzung der beiden erfolgreichen Geschäftsmänner. Antú Romero Nunes, Hausregisseur am Thalia Theater, eröffnet mit der „Dreigroschenoper“ die Spielzeit 2015/2016 und erzählt mit den Mitteln des von Brecht geforderten epischen Theaters über Sex, Crime und Moritat.
Eine Oper für arme Leute. Die Kunstform Oper steht bis heute im Verdacht, eine elitäre Veranstaltung für das Bildungsbürgertum zu sein. Wie die Haltung des Publikums ist, das eine Oper besucht und ob sich diese Haltung ändern lassen kann, zielt auf die zentrale Frage nach der Möglichkeit, mit Kunst, in diesem Fall Musiktheater, gesellschaftliche Themen zu reflektieren und politische Inhalte auf einer Bühne zur Rede zu stellen.
Als Bertolt Brecht und Kurt Weill 1928 ihre kapitalismuskritische „Dreigroschenoper“ schreiben, ist eine
Idee, diese so prunkvoll zu denken, „wie nur Bettler sie erträumen“ und gleichzeitig soll die Oper „so
billig sein, dass Bettler sie bezahlen können“. Brecht und Weill entwickeln in Text und Musik der „Dreigroschenoper“ eine erfolgreiche Demonstration des epischen Theaters, dessen dramaturgische Neuerungen das Ziel haben, die dramatische Illusion durch kommentierende Eingriffe zu unterbrechen und das menschliche Verhalten als ein von ökonomischpolitischen Verhältnissen abhängiges, aber unter Umständen veränderbares zu zeigen. Dafür steht Brechts Slogan „Glotzt nicht so romantisch!“ Die Musik arbeitet in diesem Zusammenhang so, dass sie, „gerade indem sie sich rein gefühlsmäßig gebärdete und auf keinen der üblichen narkotischen Reize verzichtete“, die bürgerlichen Ideologien enthüllt. Die Texte und Songs der „Dreigroschenoper“ verweisen sehr explizit auf die Verlogenheit der bürgerlichen Moral, der Homo oeconomicus folgt streng seinem Eigennutz, der alles Tun auf die materielle Rationalität legt: „Nur wer im Wohlstand lebt, lebt angenehm!“
Das epische Theater Brechts hat ein hauptsächliches Interesse, Szenen herauszuarbeiten, die zeigen, wie sich die Menschen zueinander verhalten. Und hier folgen Brecht und Weill, dem von Thomas Hobbes formulierten „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf“. So wird das „Alle gegen alle!“- und „Zerstöre deinen Nächsten!“- Prinzip zur Normaltemperatur eines hemmungslosen Kapitalismus, wo derjenige, der durchs soziale Netz rasselt, auch noch selbst dafür verantwortlich gemacht wird, es keine Solidarität gibt und sich alle gegenseitig ruinieren.
Antú Romero Nunes, der sein Regiestudium an der von Bertolt Brechts Theatertheorien geprägten Ernst-Busch-Schule in Berlin absolvierte, inszeniert die „Dreigroschenoper“ ganz nah an Brechts Anweisungen für die Schauspieler. So entsteht ein Spiel des Zeigens: „Der Zeigende wird gezeigt, wie er zeigt, dass er das Zeigen zeigt.“
Regie Antú Romero Nunes, Musikalische Leitung Johannes Hofmann, Bühne Florian Lösche, Kostüme Victoria Behr Dramaturgie Matthias Günther. Ensemble Franziska Hartmann, Solen Mainguené, Thomas Niehaus, Jörg Pohl, Sven Schelker, Paul Schröder, Katharina Marie Schubert, Victoria Trauttmansdorff, Musiker Eva Barta, Anna Bauer, Carolina Bigge, Jonathan Krause, Christopher Lüers, Natascha Protze, Kerstin Sund, Anita Wälti
A-Premiere am 12. September um 20 Uhr im Thalia Theater,
B-Premiere am 13. September um 19 Uhr im Thalia Theater,
Weitere Vorstellungen am 16., 24. und 25. September jeweils um 20 Uhr.
Das Märchen vom Schwanensee
Schauspiel mit Tanz von Barbara Hass – Musik von Peter Tschaikowsky.
Prinz Siegfried kämpft gegen den Zauberer Rotbart. Der verwandelt am laufenden Band Prinzessinnen in Schwäne. Seine hässliche Tochter Odile will das so. Sie will schön sein. Dazu schlüpft sie in die Gestalt der verzauberten Mädchen. Siegfried hat sich in Odette verliebt, die schönste der Prinzessinnen. Für sie will er kämpfen, sie will er vom bösen Zauber befreien. Und er hat starke Verbündete. Aber gegen Rotbarts und Odiles fiese Tricks hilft nur weibliche List…
Dieses Fantasy-Abenteuer wird auf der Bühne mit Musik, Worten und Tanz erzählt. Ein Kammerorchester spielt – sichtbar für die Kinder – Tschaikowskys großartige Ballett-Musik live, den Märchentext schrieb Barbara Hass. Die verblüffende Bühnenausstattung und die unkonventionellen Kostüme schuf ÄNN. Für Kinder von 5 bis ca. 12 Jahre.
„Unbedingt sehenswert!“ (Hamburger Abendblatt/Die Welt)
Vorstellungen Samstag, 12. September bis Sonntag, 1. November im Theater für Kinder.
Tratsch op de Trepp
Komödie von Jens Exler, mit Heidi Mahler, Sandra Keck, Arja Sharma, Horst Arenthold, Evangelos Sargantzo, Dieter Schmitt, Wolfgang Sommer.
Wer kennt sie nicht – liebe Nachbarn, die einem zu jeder Tages- und Nachtzeit im Treppenhaus begegnen, einen ausfragen und stets den neuesten Klatsch und Tratsch parat haben, wobei sie es mit der Wahrheit nicht immer so genau nehmen. Ein solches Exemplar ist Meta Boldt, die regelmäßig an Türen lauscht und Gerüchte in Umlauf setzt. Sie wohnt mit dem pensionierten Steuerinspektor Ewald Brummer und der Witwe Knoop in einem Mietshaus, das Schlachtermeister Tramsen gehört. Hanne Knoop hat ihre separate Kammer an die junge Heike Seefeldt, die es daheim bei ihrem Vater nicht mehr aushält, abgegeben. Auch den jungen Dieter Brummer hält nichts mehr zuhause und so bezieht er – zum Missvergnügen seines Onkels Ewald – Quartier in dessen zur Wohnung gehörigen Kammer – Tür an Tür mit Heike. Und wie sollte es anders sein: Natürlich werden auch die neuen Bewohner von Meta Boldt „aufs Korn“ genommen. Ihre Beschwerden, Intrigen und Schludereien sorgen stets aufs Neue für amüsante Verwechslungen, Missverständnisse und Streitigkeiten.
„Tratsch op de Trepp“ – der beliebteste Ohnsorg-Klassiker – mit Heidi Mahler in einer Paraderolle! Laufzeit im Ohnsorg-Theater: 23. August bis 9. Oktober 2015.
Premiere am 23. August, 19.30 Uhr im Ohnsorg-Theater.
Terrorprogramm
Eine Gesellschaftssatire über den Terrorismus gestern und heute. Mit Anleihen an die RAF. Über die ewig aktuellen und brennenden Themen Gewalt, Freiheit, Angst, Gerechtigkeit, Toleranz und Glück. Eine Szenencollage, die zeigt, was sich Bahn bricht, wenn der Banker Franz Pinsel wahnwitzig sich selbst durch den ehemaligen Idealisten Franz Pinsel entführt. Wenn zwei einsame Revolutionärinnen zu einer geheimen Volksparty einladen, kein Volk erscheint. Wenn als Gipfel des Horrors eine moderne Kleinfamilie im heimeligen Wohnzimmer den ganz alltäglichen Terror praktiziert. Ein schmieriger Conférencier („…zum Ausrutschen gut: Mirko Thiele…“, Godot, Das Hamburger Theatermagazin) tritt auf und vermarktet seine Blicke hinter die Revolutionskulissen gewieft als Medienereignis.
Eine humorvoll bissige Abrechnung mit Jahrzehnten „Terror und Error“, über Utopien, Desillusion und Sehnsucht, mit vergnüglichen Eindrücken vom Zustand der Nachfahren der 68er. Dahinter entstehen die großen Fragen: Woran soll man heute noch glauben? Wogegen rebellieren? Wofür lohnt es sich heute noch zu kämpfen?
Das Schauspiel von Marc Becker gibt es am 6. (im Rahmen des Jubiläums), 7., 12., 13. Juni 2015 jeweils um 20 Uhr im Monsun-Theater.
Dat Narrenhuus (Ein Käfig voller Narren)
Musical von Jerry Herman (Musik und Songtexte) und Harvey Fierstein (Buch). Nach dem Stück „La Cage aux Folles“ von Jean Poiret. Plattdeutsche Erstaufführung. Mit Edda Loges, Arja Sharma, Christian Richard Bauer, Markus Gillich, Erkki Hopf, Nils Owe Krack, Hardy Rudolz, Wolfgang Sommer sowie Miriam Neumaier, Luisa Rhöse, Benjamin Beckmann, Andreas Decker, Patric Dull, Sebastian Römer.
„Ich bin, was ich bin, und was ich bin, ist ungewöhnlich.“ Der das singt, ist wahrhaft ungewöhnlich: Alwin ist seit über 20 Jahren mit Georg, dem Besitzer und Conférencier des Cabarets „Dat Narrenhuus“, liiert und als „Zaza“ die Hauptattraktion der Show. Gemeinsam haben er und Georg alle Höhen und Tiefen ihres privaten und beruflichen Lebens gemeistert und gemeinsam Georgs Sohn Jan-Michael großgezogen. Als der junge Mann unverhofft ankündigt, heiraten zu wollen, und zwar
ausgerechnet Anne, die Tochter des erzkonservativen Abgeordneten und selbst ernannten Moralapostels Schilling, wird ihre Beziehung auf eine ernsthafte Probe gestellt. Die Elternpaare sollen kennenlernen – und das bedeutet: Jan-Michael braucht ganz schnell eine „normale“ Familie! Alwin muss mit ansehen, wie sein Ziehsohn und Georg eine Komödie inszenieren, um ihr wahres Leben zu kaschieren. Vor allem Alwins exzentrische Persönlichkeit stellt dabei ein unübersehbares Problem dar. Doch er erweist sich auf unerwartete Weise einmal mehr als Meister der Travestie …
Frisch, frivol und herzergreifend, ausgezeichnet mit 10 Tony Awards, zählt „Ein Käfig voller Narren“ weltweit zu den erfolgreichsten Musicals aller Zeiten.
Laufzeit: 24. Mai bis 5. Juli 2015. Premiere am 24. Mai 2015, 19.00 Uhr im Ohnsorg-Theater.
Der Kurschattenmann
Eine Lachkur von René Heinersdorff • Regie: Horst Johanning. Mit Jochen Busse, Simone Rethel, Christiane Rücker, Christine Schild und Ingrid Steeger.
Angela Roy hat sehr kurzfristig die Rolle der erkrankten Christine Schild in „Der Kurschattenmann“ (Premiere am 22. Mai 2015, um 19.30 Uhr) übernommen. Die beliebte Hamburger Schauspielerin (u.a. „Rote Rosen“) wird bis zur Genesung der Kollegin in der Komödie Winterhuder Fährhaus live auf der Bühne zu erleben sein.
Bad Pyrmont, irgendwann in diesen Tagen. In einem Kurhotel für kleinere und größere seelische Probleme taucht Ulrich auf, ein Mann, der alles daran setzt, den weiblichen Gästen den Kopf zu verdrehen. Er ist charmant und dreist zugleich, er ist liebevoll und aufdringlich, er ist elegant und penetrant, er wirkt großzügig und gierig. Er ist der Kurschattenmann! Vier Frauen, die eigentlich um ihn konkurrieren, entdecken nun, dass sie letztlich hintergangen werden und schmieden einen teuflischen Plan, der Ulrich ein für allemal kurieren soll…
Premiere am 22. Mai 2015 um 19.30 Uhr in der Komödie Winterhuder Fährhaus.
5,4,3,2,1. Mord.
Drei Verdächtige, ein Opfer, ein Ermittler und eine professionelle Spurensicherung – mehr braucht das Theater Steife Brise nicht, um mit den Zuschauern einen interaktiven Krimiabend zu verbringen. Die Zuschauer bestimmen über die Schicksale der Akteure: wer ist das Opfer? Wer die Verdächtigen? Ein Mordsspaß!
Der Improkrimi – Morden im Norden – ist am 12. + 13. Mai jeweils um 20.00 Uhr im Imperial-Theater.
„Das Hassknecht Prinzip – In 12 Schritten zum Choleriker“
Innerhalb kürzester Zeit avancierte er zum Kult-Star der ZDF heute-show: Gernot Hassknecht. Die Fans kennen und lieben ihn als cholerischen Kommentator. Für Viele ist er die Stimme der ungehörten Masse. Er ist DAS Sprachrohr, wenn es darum geht, Frust und Ärger über die Missstände in unserem Land lautstark auf den Punkt zu bringen. Wortgewaltig und garantiert parteiübergreifend – wenn der 1,63m große Mann sich erst mal eine Meinung gebildet hat, kennt er weder Freund noch Feind. Während sich andere lieber wegducken und noch nach Worten suchen, ist Gernot Hassknecht schon auf Betriebstemperatur. Es gibt nur wenige Menschen, die ihre Meinung unsachlich und trotzdem auf den Punkt bringen können.
Eigentlich gibt es außer Gernot Hassknecht gar keinen. Nun ist er erstmals live zu sehen. Mit dem brandneuen Bühnenprogramm „Das Hassknecht Prinzip – In 12 Schritten zum Choleriker“ erhalten wir endlich universell einsetzbare Tipps und Geschichten aus dem prallen Leben – von der Politik bis zu den großen und kleinen Themen, die wir alle aus unserem Alltag kennen. Denn: Ein Tag ohne Ausraster ist ein verlorener Tag. Auf der Bühne wird Gernot Hassknecht daher dem Publikum den Weg zum echten Choleriker weisen. War doch schon Albert Einstein der Meinung: „Die Menschen nutzen nur 10 Prozent ihres Wutpotentials.“ Hassknecht gibt uns Tipps für den richtigen Beschwerdebrief und Anleitungen zur perfekten Ernährung. Denn ein grundsätzlich unter Hochspannung stehendes Wesen erreicht man nur durch eine Ernährung, bei der auch Magen und Darm ausreichend gereizt werden und die nicht unter dem Begriff „Ausgewogenheit“ steht („Seit wann brauchen wir im Steakhouse eine Salatbar. Ich brauche beim Sex ja auch kein Kerzenlicht.“) Auch sonst lässt Gernot Hassknecht kein Thema aus. Ob beim Sport oder bei der Ehe („Wie in der Politik sollten auch hier alle vier Jahre Neuwahlen erlaubt sein!“), sich aufregen kann man nicht den Amateuren überlassen!
Der Kult-Star der ZDF heute-show endlich live am 3. Mai um 19.00 Uhr im Rahmen der 13. Kabarettwochen im Theater Haus im Park.
Der Raub der Sabinerinnen
Hamburger Fassung von Karl-Heinz Wellerdieck nach Motiven des Originals.
Sie ist eine der beliebtesten volkstümlichen Komödien auf den großen Boulevard-Bühnen und nun als modernisierte Hamburger Fassung im Hamburger Engelsaal zu sehen. Ein großer Spaß für jeden Freund des Lustspiels. Ein Stück voll sprühendem Humor; da bleibt kein Auge trocken! Manuel Striese ist der erfolglose Prinzipal seiner gleichnamigen und noch erfolgloseren Gastspiel-Theaterdirektion. Mit seinen Künstlern tingelt er durch die Lande, immer am Rande des Bankrotts, aber voller Tatendrang und beseelt davon, das Publikum bestens zu unterhalten.
Bauernschlau wie er ist, umschmeichelt er in Hamburg, kurz vor seinem ersten Gastspiel, die Prominenten der Stadt, um dank der bekannten Namen zur Premiere eine gute Presse zu bekommen. So besucht er auch den Kulturpolitiker Professor Martin Gollwitz, der als Mann der Opposition nach der nächsten Wahl schon als neuer Kultursenator gehandelt wird. Zufällig erfährt Striese, dass Gollwitz als junger Student von einer großen Bühnenkarriere als Dramatiker geträumt hat und ein fertiges Stück in der Schublade hat, ein Römer-Drama, „Der Raub der Sabinerinnen“, das er aber niemals gewagt hat aufzuführen. Gerissen überredet Striese den Professor, ihm das Schauspiel zu überlassen und als Uraufführung in Hamburg zu spielen; natürlich ohne den Verfasser preiszugeben. Dass der Autor aber nicht lange geheim bleiben kann, ahnt Gollwitz und auch, dass er sein Jugendwerk einem Dilettanten überlassen hat, und er fürchtet zu Recht um seine politische Karriere. Doch Striese lässt sich nicht beirren und so kommt der schicksalshafte Tag der Premiere und das Drama kann nicht mehr aufgehalten werden…
Mit: Sarah Kattih, Teymur Mokhtari, Karl-Heinz Wellerdiek, Tom Wodak u.a. Buch: Karl-Heinz Wellerdiek • Regie: Michael Jurgons. Premiere am 17. März um 20.00 Uhr im Hamburger Engelsaal.
Der Schwarze und der weiße Bär
Nach einem Bilderbuch von Eva Muggenthaler und Jürg Schubiger. Gastspiel des Theater Triebwerk. Für Kinder ab 6 Jahre.)
„Die Nacht ist schwarz. Wie in einem Wald kann man sich im dunklen Zimmer verlaufen.” Theater Triebwerk erzählen die Geschichte eines kleinen Mädchens auf seiner Reise in die Nacht: Wenn das kleine Mädchen sich schlafen legt, begegnen ihr zwei Bären. Zunächst ein heller, weißer Bär, der sich im Badezimmer breit macht, der in der Nacht schimmert, der hellwach ist. Ihn löst ein schwarzer Bär ab, schwarz wie die Nacht: Er ist gar nicht zu sehen, er schnaubt nur leise an ihrem Ohr. Spielerisch und behutsam freundet sich das Mädchen mit ihm an und macht schließlich eine Entdeckung…
Mit Live-Musik, einem weißen und einem schwarzen Bären, einer Puppenspielerin, ein wenig Angst und viel Spaß begibt sich Theater Triebwerk auf eine fantastische Reise durch die Nacht. Premiere am Samstag 14/03, um 18 Uhr
im JungenSchauSpielHaus Gaußstraße. Weitere Vorstellungen am Sonntag, 15/03 um 15 Uhr und Freitag, 27/03 um 10:30 Uhr
WIR WOLLEN MEEHR – DE FISCHER UN SIEN FRO
Stückentwicklung des Ohnsorg-Jugendclubs – nach dem Märchen von Philipp Otto Runge. Auf Hoch- und Plattdeutsch, ab 12 Jahren. Mit freundlicher Unterstützung der Hamburgischen Kulturstiftung. Spielleitung: Cornelia Ehlers und Sonja Stein.
Höher, schneller, weiter – wir wollen immer mehr. Die technischen und medizinischen Innovationen, das Überangebot an Waren, die unbegrenzten Möglichkeiten der beruflichen und privaten Lebensgestaltung führen die Entwicklung der Gesellschaft und das menschliche Zusammenleben ad absurdum. Uns reicht nicht ein Auto und es genügt nicht das Vorjahresmodell als Mobiltelefon. „Eigentlich geht es uns gut, doch wir wollen mehr, mehr, mehr“ – so singt es die deutsche Popband OK Kid in ihrem Song „Mehr Mehr“. Das war doch schon bei Ilsebill und dem Fischer so: Sie wollte immer mehr und er ist brav für sie zum Butt gelaufen, der ihre Wünsche erfüllen sollte. Auf Grundlage des Märchens von Philipp Otto Runge entwickelt der Ohnsorg-Jugendclub in dieser Spielzeit ein Stück über das Leben in der Überflussgesellschaft, dem ewigen Verlangen nach mehr und nicht zuletzt den sozialen Unterschieden in dieser Welt.
„Manntje, Manntje! Timpe Te! Buttje, Buttje in de See! Miene Fro, de Ilsebill, Will nich so, as ik woll will.“
Termine: 15. März 2015 (Premiere), 18.00 Uhr / 17. März 2015, 18.00 Uhr / 18. März 2015, 18.00 Uhr.
Das Boot
Lothar-Günther Buchheim, mit Patrick Abozen, Bruno Bachem, Anton Faber, Jacques Freyber, Matthias Graw, Andriy Kutsiy, Lennart Matthiesen, Mario Ramos, Erik Schäffler, Leenert Schrader, Daniel Schütter, Oliver Warsitz. Dramatisierung von Kjetil Bang-Hansen in einer Fassung von Manfred Langner. Premiere am 12.03.2015 / 19.30 Uhr – Vorstellungen bis 17.04.2015 I Hauptbühne.
Zweiter Weltkrieg, im Jahr 1941: Deutsche U-Boote sollen im Atlantik Handelsschiffe torpedieren, die England mit kriegswichtigem Nachschub versorgen. Diesen Auftrag hat auch der erfahrene Kommandant des U96. Seine Mannschaft besteht überwiegend aus blutjungen Anfängern. Als ›Das Boot‹ im Jahr 1981 in die Kinos kam, avancierte der Film zu internationalen Erfolg, erhielt u.a. sechs Oscar-Nominierungen und katapultierte Regisseur Wolfgang Petersen und seine Darsteller in die erste Liga der Filmbranche. Die Bühnenfassung lässt den Zuschauer unmittelbar an der Geschichte der Männer auf dem U-Boot und dem zermürbenden Warten auf den Einsatz teilhaben. Ein ungeschönter Einblick in die äußeren und inneren Zerstörungen eines Krieges.
Der Roman ›Das Boot‹ von Lothar-Günther Buchheim aus dem Jahr 1973, der auf seinen eigenen Erfahrungen als Kriegsberichterstatter auf U-Booten im Zweiten Weltkrieg basiert, wurde in mehr als 18 Sprachen übersetzt und erzielte eine Millionenauflage. Die Dramatisierung des norwegischen Schauspielers Kjetil Bang-Hansen ist in der Fassung des Intendanten der Schauspielbühnen in Stuttgart, Manfred Langner, 2013 deutschsprachig erstaufgeführt worden.
Das Land des Lächelns
Diese romantische Operette von Franz Lehár ist ein Meisterwerk seiner Zeit. Fast vier Jahrzehnte wurde diese Operette nicht mehr in Hamburg aufgeführt und endlich – als einzige kleine Bühne – hat der Hamburger Engelsaal das Recht erhalten, diese Operette zu inszenieren. Die romantische und doch tragische Erzählung um den chinesischen Prinzen Sou-Chong und seine große Liebe, der jungen Gräfin Lisa. Die Geschichte zweier Welten, zwischen denen selbst die Liebe keine Brücke findet.
Aufführungen am 13. Februar um 19.30 Uhr, 28. Februar um 15.00 Uhr und am 15. März um 19.30 Uhr im Hamburger Engelsaal.
Der Entertainer
von John Osborne. Regie: Christoph Marthaler
Osborne beschrieb mit dem »Entertainer« den Niedergang der englischen Music Hall und einer bestimmten Form des Varietés und Entertainments. Er sah in der Music Hall eine spezifisch englische Lebens- und Unterhaltungskultur und die englische Gesellschaft symbolisiert. Das Stück spielt zur Zeit der Suezkrise, deren Verlauf in England als nationale Demütigung erlebt wurde. In seiner Aufführungsgeschichte wurde »Der Entertainer« zu einem universellen Stück über Verlust.
Christoph Marthaler wird das Stück aus seiner historischen Zeitgebundenheit lösen und in die heutigen Verluste und Abstürze transponieren. Es geht um eine Gruppe aus der Zeit gefallener Menschen in prekären Verhältnissen, die nicht mehr gefragt sind und daraus Unterhaltung machen. Sie sind eine Theaterfamilie von Entertainern, von Unterhaltungskünstlern, die in Liveshows vor Publikum analog auftreten in den Hansa-Theatern Europas, die teilweise einmal bessere Zeiten erlebt haben, und jetzt im sozialen Absturz mit viel Gin und viel Musik viel Unterhaltung produzieren. Irgendwo außerhalb Europas werden irgendwelche Kriege geführt, an denen die in Europa Abstürzenden und Abgeschafften sich – anders als in Osbornes England – nicht mehr beteiligt fühlen. Man existiert in einer gerade noch möglichen Form und im rassistisch geprägten Bewusstsein, immer noch etwas besser zu sein als die afrikanischen oder türkischen Untermieter. Mehr…
Es spielen: Jean-Pierre Cornu, Rosemary Hardy, Irm Hermann, Jan-Peter Kampwirth, Josef Ostendorf, Sasha Rau, Bastian Reiber, Bettina Stucky, Michael Wittenborn Tänzerinnen: Altea Garrido, Veronica Garzón, Begoña Quinones
Musiker: Andreas Boether, Volker Griepenstroh, Hartmut Kayser
Premiere am 14. Februar um 20.00 Uhr im SchauSpielHaus.
Comeback! Das Karl Marx-Musical
Geld, Geld, Geld…..Geld regiert die Welt. Die Ereignisse spielen im heutigen London. Verheerende Finanzkrise. Auch die Bank von Banker Manfred Acreman ist pleite. Finanzhaie außer sich. Ratlos. Da ist ein Lichtblick! Denn der Finanzmagier Mammonson kennt beides, Ursache und Ausweg: Karl Marx, der „Erfinder“ der Krisen, ist Schuld. Er soll seine Thesen und Theorien gefälligst widerrufen und alles kommt wieder ins Lot.
Am Grab von Karl Marx zelebrieren sie eine spiritistische Sitzung. Und als plötzlich hinter dem Grabstein der dort kampierende mittellose Musiker Marc auftaucht, halten sie ihn für den auferstandenen Karl Marx. Sie nehmen ihn mit. Er ist beeindruckt von ihrem reichen Lebensstil. Aber Jenny, Acremans Tochter, liebte Marc gerade wegen seines Lebens in „bargeldloser Freiheit“. Wird Marc nun für viel Geld die Rolle des auferstandenen, abschwörenden Karl Marx spielen? Und finden Marc und Jenny nach manchen Verwirrungen wieder zusammen?
Eine schräge, turbulente Story um Geld, Gier und die Liebe. Lustvoll, schrill, mit viel Spaß und wunderbaren Songs knöpft sie sich die Finanzkrise auf ganz andere Weise vor. Das sehr erfolgreiche, kultige Musical von Autor Maximilian Reeg, Moderator Steffen Lukas und Prinzen-Sänger Tobias Künzel ist erstmals in Hamburg zu erleben.
Am 4. Februar 2015 um 20 Uhr (Preview), am 5. Februar 2015 um 20 Uhr (A-Premiere), am 6. Februar 2015 um 20 Uhr (B-Premiere). Weitere Aufführungen: am 7., 8., 12., 13., 14., 15., 18., 19., 20., 21., 25., 26., 27., 28. Februar 2015 jeweils um 20 Uhr.
Paarungen
Mit Katja Weitzenböck, Peter Prager, Nina Bott und René Steinke. Katharina und Stephan sind seit 20 Jahren verheiratet und ebenso lange schon mit Paul und dessen Frau befreundet. Doch von der hat sich Paul gerade getrennt, und so kommt er mit seiner neuen, deutlich jüngeren Freundin Elisa zum gemeinsamen Abendessen. Prompt macht Katharina Paul eine Szene wegen der Trennung – so beginnt der Abend zu viert, der nach und nach immer mehr Überraschungen an den Tag bringt … Es geht um einen Lottogewinn, private Geheimnisse und Freundschaften, die auf die Probe gestellt werden. Und so kommt manches ans Licht, was bisher verborgen war. Hier ist niemand das, was er zu sein vorgibt und die Enthüllungen des Abends bringen zwei Jahrzehnte Ehe und Freundschaft aus den Fugen – eine Komödie voller Überraschungen für vier wunderbare Schauspieler!
Premiere am 23. Januar um 19.30 Uhr in der Komödie Winterhuder Fährhaus.
INDIEN
Tragikomödie von Josef Hader und Alfred Dorfer, Plattdeutsch von Cornelia Ehlers. Mit Horst Arenthold, Markus Gillich, Dieter Schmitt.
Klaus Mansholt und Stefan Leonhard, zwei Restauranttester, die verschiedener nicht sein könnten, reisen durch Norddeutschland. Sie philosophieren und streiten über Wiener Schnitzel, über Frauen, Liebe und Sex – und über ihre völlig unterschiedlichen Vorstellungen vom Leben. Die beiden grob balzenden und bolzenden Gastro-Genossen können sich anfänglich nicht ausstehen, doch am Ende verbindet sie wirkliche Freundschaft. Hinter bissigem Humor und schlagfertigen Sprüchen verbergen sich viele kleine Tragödien zweier einsamer Männer.
Ab 22. Januar bis 8. März 2015 wieder im Programm des Ohnsorg-Theaters: Termine, jeweils 19.30 Uhr: 22. bis 25. u. 29. bis 31. Januar, 1. u. 5. bis 8. Februar sowie 26. bis 28. Februar, 5. bis 8. März.
WAT DEN EEN SIEN UUL (Was dem einen recht ist)
Komödie von Donald R. Wilde, plattdeutsch von Meike Meiners. Mit Tanja Bahmani, Laura Bleimund, Kristina Bremer, Sandra Keck, Esther Roling, Till Huster, Evangelos Sargantzo.
Petra, eine Frau im besten Alter, wird von ihrem Mann Paul wegen einer Jüngeren verlassen: Der angesehene Arzt will ein ganz neues Leben anfangen – und das geht natürlich nur mit einer sehr jungen Krankenschwester an seiner Seite. Ausgerechnet an seinem Geburtstag konfrontiert der holde Gatte seine Frau mit dieser Neuigkeit – und entschwindet. Für die patente Immobilienmaklerin bricht eine Welt zusammen.
Ihre beiden besten Freundinnen stehen der verlassenen Ehefrau mit Rat und Tat zur Seite und setzen alles daran, ihr angeschlagenes Selbstbewusstsein aufzumöbeln. Doch erst als der junge Stefan auftaucht und die attraktive Petra umwirbt, gewinnt sie ihr Selbstvertrauen zurück. Angespornt von ihren Freundinnen genießt sie die gemeinsame Zeit mit Stefan. Tochter Lisa ist entsetzt: Wie kann sich ihre Mutter nur mit einem jüngeren Mann anfreunden! Auch bei Petras Ehemann stößt die unerwartete Entwicklung auf Verständnislosigkeit – zumal Paul inzwischen erkannt hat, dass sein „altes“ Leben vielleicht gar nicht so übel war …
Ob und wie Petra ihr Leben meistert und dabei längst überholte gesellschaftliche Konventionen ad absurdum führt, erzählt Donald R. Wilde in seiner Komödie.
Premiere am 11. Januar um 19.00 Uhr im Ohnsorg-Theater. Laufzeit: 11. Januar bis 28. Februar 2015. (Foto: Jutta Schwöbel)
Weihnachtsmärchen-Premiere im Ohnsorg-Theater:
DER GESTIEFELTE KATER
Weihnachtsmärchen nach der Geschichte der Brüder Grimm von Manfred Hinrichs, Musik von Stefan Hiller. Ab vier Jahren. Gespielt wird auf Hochdeutsch. Regie: Sandra Keck, Bühne: Katrin Reimers, Kostüme: Félicie Lavaulx-Vrécourt, Musik /Musikalische Leitung: Stefan Hiller.
Mit Edda Loges, Annabelle Mierzwa/Elena Zvirbulis, Horst Arenthold, Manfred Bettinger, Robert Eder, Markus Gillich, Evangelos Sargantzo.
Im Schloss von König Enno III. herrscht Aufregung: Der König soll abnehmen. Sein Leibarzt hat ihm als Diät Rebhühner verschrieben, aber die scheuen Tiere sind nur schwer zu fangen. Ein tapferer Held muss her, der die kostbare „Medizin“ besorgt. Zur Belohnung darf derjenige, dem dies gelingt, die Tochter des Königs heiraten. Als Ehemann für die schöne Prinzessin Merle würde sich der arme Müllerbursche Hauke bestens eignen. Und siehe da: Mit List und Tücke verhilft der schlaue „gestiefelte Kater“ dem Müllerburschen, seinem Herrn, nicht nur zu Wohlstand und Ansehen – er überlistet auch einen bösen Zauberer und
sorgt dafür, dass Hauke die Prinzessin heiraten darf.
„Der gestiefelten Kater“ – eine der berühmtesten Geschichten der Brüder Grimm, neu erzählt von Manfred Hinrichs – entführt die Zuschauer pünktlich zur Vorweihnachtszeit in ein kunterbuntes Märchenland. Laufzeit: 21. November bis 23. Dezember 2014 (jew. diverse Uhrzeiten). Alle Termine/Uhrzeiten siehe unter: www.ohnsorg.de
Der Vorverkauf für die Vorstellungen im freien Verkauf läuft.
Premiere im Ohnsorg-Theater:
DE SCHÖÖNSTE DAG IN’T JOHR (Genug ist nicht genug)
Komödie von Nick Walsh, plattdeutsch von Gerd Meier, Regie: Jasper Brandis
Bühne: Andreas Freichels, Kostüme: Christine Jacob.
Mit Beate Kiupel, Herma Koehn, Meike Meiners, Erkki Hopf, Oskar Ketelhut.
Eigentlich sollte es eine gemütliche Geburtstagsfeier werden. Doch Geburtstagskind Erich hat schon vor Beginn der Feier die Nase voll. Seine Frau Helga ist in den letzten Vorbereitungen, als mehr und mehr Gäste absagen. Übrig bleibt nur ein Paar: Eva, Helgas Schwester, und ihr töffeliger Mann Hagen. Aus dem geplanten netten Beisammensein entwickelt sich im Laufe des Abends ein durch und durch komödiantisches „Inferno“:
Erich entpuppt sich als egoistischer Widerling, dessen beruflicher Erfolg deutlich infrage steht. Helga versucht, die Bruchstücke der verschiedenen Beziehungen zu kitten. Eva gefällt sich in der Rolle der alles beobachtenden, bissig-scharfen Analytikerin. Und Hagen erweist sich als Volltrottel, der immer wieder dafür sorgt, dass die gesamte Gesellschaft auf ihm herumhacken kann – denn was er anfasst, geht unweigerlich zu Bruch.Dann taucht auch noch überraschend Hetti auf, die Mutter der Schwestern, und sorgt schon bald mit ihrem egozentrischen Eingreifen für weitere turbulente Entwicklungen an diesem „schönsten Tag im Jahr“ …
Eine glänzende Komödie voller Bosheit, Zynismus und vor Pointen strotzender Dialoge. Komisch – und nur
allzu menschlich. Mit vielen Ohnsorg-Stars. In der Rolle der Mutter: Herma Koehn, die am 16. September
2014 ihren 70. Geburtstag feierte.
Premiere ist am 16. November 2014, gespielt wird im Ohnsorg-Theater bis zum 10. Januar 2015.
Morden im Norden
Der improvisierte Hamburg-Krimi mit dem Theater Steife Brise. Ein Schrei am Hafen, ein Schuss in der Nacht – Wer wurde diesmal umgebracht?
Tod in Altona, Verrat in Eppendorf oder Erpressung in Barmbek: „Morden im Norden“ ist nichts für schwache Nerven. Drei Verdächtige, ein Opfer, ein Ermittler – mehr braucht das Theater Steife Brise nicht, um mit den Zuschauern einen interaktiven Krimiabend zu verbringen. Denn anders als beim sonntäglichen Fernsehthriller kann das Publikum beim improvisierten Hamburg-Krimi direkt ins Geschehen eingreifen und den Verlauf des Abends mitgestalten. Die Zuschauer bestimmen das Opfer und die Todesart, und die Akteure vom Theater Steife Brise schlüpfen blitzschnell in ihre Rollen – ob Kommissar, Komplize oder Serientäter. Ein Mordsspaß! www.steife-brise.de
Vorstellung: Mittwoch 12.11., Dienstag 9.12. und Mittwoch, 10.12., jeweils um 20.00 Uhr im Imperial-Theater, Reeperbahn 5.
Der Hundertjährige – Der aus dem Fenster stieg und verschwand
Von: Jonas Jonasson. Bühnenbearbeitung: Axel Schneider, Produktion: Altonaer Theater, Regie: Eva Hosemann.
Allan Karlsson wird 100 Jahre alt. Eigentlich ein Grund zu feiern. Doch während sich der Bürgermeister und die lokale Presse auf das große Spektakel vorbereiten, hat der Hundertjährige ganz andere Pläne: Er verschwindet einfach – und schon bald steht ganz Schweden wegen seiner Flucht Kopf. Ein Koffer mit gestohlenem Geld, in dessen Besitz Allan eher zufällig gelangt, bringt eine Verbrecherorganisation auf den Plan, die ihr Eigentum zurück haben möchte. So kommt es, dass schließlich nicht nur die Polizei hinter ihm her ist, sondern auch die Ganoven. Glücklicherweise muss er seinen Weg nicht allein fortsetzen. Nach und nach gesellen sich skurrile Figuren wie der Gelegenheitsdieb Julius Jonsson, der ewige Student Benny Ljungberg und die schöne Elefantenbesitzerin Gunilla Björklund hinzu. Unauffällig kann die ungewöhnliche Reisegruppe nicht reisen, da auch noch Elefant Sonja mit an Bord ist. Dass auch einige Leichen den Fluchtweg von Allan und seinem Gefolge pflastern, ergibt sich eher zufällig. Doch mit solchen Dingen hat Allan seine Erfahrung, er hat schließlich in jüngeren Jahren das ganze Weltgeschehen auf den Kopf gestellt.
Jonas Jonasson erzählt die Geschichte einer urkomischen Flucht und zugleich die irrwitzige Lebensgeschichte eines eigensinnigen Mannes, der sich zwar nicht für Politik interessiert, aber trotzdem irgendwie immer in die großen historischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts verwickelt war. Der Titel ist seit seinem Erscheinen von keiner Bestsellerliste mehr wegzudenken und ist bis dato mehr als zwei Millionen Mal allein im deutschsprachigen Raum verkauft worden.
Aufführungen: 1.10. – 16.00 Uhr, 2.10. – 20.00 Uhr (19.00 Uhr Einführung), 3.10. – 19.00 Uhr im Theater Haus im Park, Gräpelweg 8, Hamburg-Bergedorf.
Charles Manson: Summer of Hate – Premiere im Thalia Theater
Am 26. September feiert eine ungewöhnliche Uraufführung Premiere: Stefan Pucher, Regisseur der „Trip zwischen Welten“-Reihe am Thalia, bringt mit dem Thalia-Ensemble und der gehypten Hamburger Band Trümmer Charles Manson: Summer of Hate – Das Musical auf die Bühne: Ein Trip zwischen den Welten der Tonstudios, der Hollywood Hills, Venice Beach und der Western-Spahn Ranch. Zwischen dem Überfluss des Rockstarlebens in Dennis Wilson’s Villa und der Lebensmittelbeschaffung aus den Müllcontainern der kalifornischen Zivilisation. Von Charles Manson’s fanatischer Begeisterung für die Beatles über Neil Young’s düstere Visionen von Millionen über L.A. herfallender Dünenbuggies bis zum popkulturellen Echo der Family bei Richard Kern, Lydia Lunch und Sonic Youth in „Death Valley ´69“. Die Musik beschäftigt sich mit den Schallplatten „The Summer of Hate“, „LIE – The Love and Terror Cult“, „The Family Jams“ und deren musikalische Peripherie und erforscht dabei verscheiden Ebenen der Popkultur, die um Charles Manson als gescheiterten Musiker kreisen.
Tagträumer
Poetische Großstadtballade von William Mastrosimone
Zwei Menschen treffen zufällig aufeinander. Eine Geschichtenerzählerin und ein Gestrandeter. Es beginnt eine Nacht voller Sehnsüchte, Träume und Verletzungen. Beide versuchen sich aus ihrer Einsamkeit zu befreien, ziehen sich an und stoßen sich ab. Aber wie geht das Leben weiter, wenn diese Nacht vorüber ist?
Der amerikanische Autor William Mastrosimone wurde mit dem Drehbuch zu dem Film „Extremeties“ bekannt und gilt als einer der wichtigsten amerikanischen Autoren. Regie Lars Ceglecki, Ausstattung Nicole Bettinger, Spiel Sandra Kiefer und Jan Holtappels.
Premiere am 4. Oktober 2014 im Theater Das Zimmer, Washingtonallee 42.





