Osmanen in Hamburg – eine Beziehungsgeschichte zur Zeit des Ersten Weltkrieges
Nach ersten Kontakten seit dem 16. Jahrhundert intensivierte sich der Austausch Hamburgs mit dem Osmanischen Reich im 19. Jahrhundert, in dem erstmals offizielle Beziehungen aufgenommen wurden. 1839 schlossen die Hansestädte einen „Freundschafts-, Handels- und Schiffahrts-Vertrag“ mit dem Osmanischen Reich. 1844 eröffneten die Osmanen ihr erstes Generalkonsulat in Hamburg Ein Jahr später wurde die diplomatische Vertretung der Hansestädte in Istanbul eröffnet, mit Andreas David Mordtmann (1811-1879) als erstem Generalkonsul. Die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen nahmen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts rapide zu, Dampfschifffahrtsgesellschaften, wie die Deutsche-Levante-Linie oder HAPAG, erleichterten nicht nur den Warentransport, sondern ermöglichten auch Personentransporte. Insgesamt gewannen die Beziehungen des Deutschen Reiches mit dem Osmanischen Reich am Vorabend des I. Weltkrieges eine neue Qualität und wandelten sich schließlich zur tragisch-berühmten „Waffenbrüderschaft“.
Die Ausstellung widmet sich dieser Beziehungsgeschichte aus Hamburger Sicht und nimmt vor allem die Zeit zwischen 1914 und 1918 in den Blick. Archivmaterialien (aus dem Staatsarchiv Hamburg, der Staats- und Universitätsbibliothek, aus dem Museum der Arbeit und dem Museum für Kunst und Gewerbe), die hier erstmals gezeigt werden, veranschaulichen nicht nur die wirtschaftlichen, diplomatischen und kulturellen Kontakte, sie vermitteln vor allem einen Eindruck von der Präsenz und vom Leben der ethnisch wie religiös heterogenen Gruppe der Osmanen in Hamburg.
Zur Ausstellung veranstaltet das TürkeiEuropaZentrum (TEZ) in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg die Vortragsreihe „Hamburg und das Osmanische Reich im I. Weltkrieg“.
Die Ausstellung ist vom 6. November 14 bis zum 4. Januar 15 im Ausstellungsraum der Staats- u. Universitäts-Bibliothek Hamburg, Von-Melle-Park 3.





