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Ohnsorg-Theater: Spielzeitpressekonferenz 2024/2025


Am Mittwoch, den 24. April fand die Spielzeitpressekonferenz 2024/25 des Ohnsorg-Theaters statt. Das künstlerische Leitungsteam um Michael Lang (Intendant), Anke Kell (neue Künstlerische Leitung Großes Haus), Nora Schumacher (neue Künstlerische Leitung Großes Haus) und Cornelia Ehlers (Leitung und Künstlerische Leitung Ohnsorg Studio) stellte zu diesem Anlass die Planungen für die nächste Saison vor.

Ohnsorg-Intendant Michael Lang berichtete zunächst über die Entwicklungen der letzten Spielzeit sowie über aktuelle Auslastungszahlen des Theaters.
Die Gesamtbesucher*innenzahl der Spielzeit 2022/2023 betrug 111.563 Besucher*innen in 654 Vorstellungen des Ohnsorg-Theaters, von denen 49 Vorstellungen auf hochdeutscher Tournee gespielt wurden. Das sind zwar noch etwa 20 Prozent weniger Besucher*innen als in der Spielzeit 2018/2019 (der letzten Vor-Corona-Spielzeit), aber eine positive Entwicklung zeigt sich: In der Spielzeit 2022/2023 kamen 28.066 Besucher*innen mehr ins Große Haus als in der vorherigen Spielzeit 2021/2022 und es wurden auch 47 Vorstellungen mehr gespielt. Im Ohnsorg Studio hat sich die Zuschauer*innenzahl gegenüber der Spielzeit 2021/2022 sogar verdoppelt auf jetzt 6.621 kleine und große Zuschauende.

Der Aufwärtstrend setzt sich auch in der noch laufenden Spielzeit 2023/24 fort, so haben bis Anfang April 2024 insgesamt 66.582 Zuschauende die bisher 232 Vorstellungen im Großen Haus besucht, was einer durchschnittlichen Auslastung von 71,2 Prozent entspricht, ergänzt um weitere 6.725 Zuschauende in 37 plattdeutschen Vorstellungen im Umland, insgesamt also 73.307 Zuschauer*innen. Die bis dato 64 Vorstellungen auf der Studiobühne besuchten 4.067 Zuschauende, was einer Auslastung von 97,3 Prozent entspricht, plus aktuell 26 Vorstellungen der Klassenzimmerstücke. Diese Zahlen beziehen sich auf den Stand 1. April 2024.

Ohnsorg-Intendant Michael Lang: „Wenn wir alle Corona-Förderhilfen, die wir erhalten haben, vollumfänglich behalten dürfen, dann bleibt unser finanzielles Ergebnis ausgeglichen. Die Liquidität ist ohnehin gesichert.“

Der Aufwärtstrend, der sich in der Entwicklung der Auslastungszahlen zeigt, bestätigt den Weg des Ohnsorg-Theaters in Bezug auf die große Vielfalt im Spielplan, die Inszenierung regionaler Besonderheiten und die hohe Qualität der Aufführungen. Hervorzuheben sind insbesondere die positiven Entwicklungen im Bereich des Familientheaters wie z.B. des Weihnachtsmärchens und den Kinder- und Jugendstücken im Ohnsorg Studio.

Hier ein Überblick über die Neuinszenierungen im Ohnsorg-Theater und Ohnsorg Studio in der Spielzeit 2024/2025:

Den Auftakt macht mit „Barfoot in’n Park – Verliebt, verlobt, verkracht“ ein Komödienklassiker von Neil Simon. Der Spielort wird von New York nach Hamburg verlegt und das Publikum kann sich auf einen nostalgischen Rückblick in die 60er Jahre, die Entstehungszeit dieser charmanten Liebeskomödie, freuen. Das junge Paar wird von Lara-Maria Wichels und Marco Reimers gespielt, die sich als Bühnenpärchen am Ohnsorg-Theater bereits bewährt und in die Herzen des Publikums gespielt haben. Regie führt Nora Schumacher.

Mit Ken Ludwigs „Alarm in’t Theaterhuus – Carmen darf nicht platzen“ steht die plattdeutsche Erstaufführung einer weiblich geprägten Tür-auf-Tür-zu-Verwechslungskomödie auf dem Spielplan. Darin steht eine Starsopranistin, gespielt von Caroline Kiesewetter, im Zentrum des Geschehens. Diese ist nach einem Streit mit ihrem Ehemann (gespielt von Erkki Hopf) nicht in der Lage, ihren Gala-Auftritt wahrzunehmen, also muss ihre Assistentin, gespielt von Nele Larsen, einspringen – doch niemand darf davon erfahren! Regie führt bei diesem Spektakel Max Claessen, der damit erstmalig am Ohnsorg inszeniert.

Als Weihnachtsmärchen ab 4 Jahren steht in diesem Jahr „Die Weihnachtsgans Auguste“ frei nach der Erzählung von Friedrich Wolf auf dem Spielplan. Darin kauft Opernsänger Lutz-Lüder Löwenhaupt für das bevorstehende Weihnachtsfest eine lebendige Gans (gespielt von Rabea Lübbe), die zum Festtagsbraten werden soll und den Familienfrieden gehörig durcheinanderbringt. Denn natürlich wollen die beiden Kinder nicht, dass Auguste auf dem Teller landet. Spoiler: Das wird sie auch nicht, es gibt selbstverständlich ein Happy End, aber bis es so weit ist, geht es ordentlich drunter und drüber im Hause Löwenhaupt und in diesem fröhlichen Weihnachtsmärchen mit viel Musik. Bühnenfassung und Regie sind von Nora Schumacher.

Den Auftakt des Wahljahres 2025 macht mit „Annas Slaapstuuv – Entführung auf Bestellung“ von Ulrich Hub eine Komödie, die sich schwarzhumorig und schonungslos mit den korrupten Machenschaften der Lokalpolitik und der kommunalen Polizei auseinandersetzt. Inszenieren wird erstmalig am Ohnsorg-Theater Ekat Cordes, der vor allem für seine schrillen, bunten und höchst unterhaltsamen Inszenierungen bekannt und daher bestens geeignet für diese Polit-Klüngel-Satire ist.

Bei „Oddos See – Eine irre Fahrt“ handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von drei Hamburger Bühnen, die sich gemeinsam Homers Epos „Odyssee“ widmen: Dem Ernst Deutsch Theater, dem Lichthof Theater und dem Ohnsorg-Theater, also drei Theatern mit sehr unterschiedlichen ästhetischen Ansätzen. Das Ohnsorg-Theater übernimmt dabei den mittleren Teil der Geschichte mit dem Titel: „Oddos See – Eine irre Fahrt“. Buch und Regie sind von Murat Yeginer und das Projekt wird in einer gesonderten Pressekonferenz Ende Juni noch ausführlich vorgestellt.

Mit „Buddenbrooks – Eine Familiensaga“ kommt Thomas Manns berühmter Roman pünktlich zu seinem 150. Geburtstag und seinem 70. Todestag auf die Bühne des Ohnsorgs, erstmalig auf Plattdeutsch. Während der Roman ein komplexes Sittengemälde einer großbürgerlichen hanseatischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert zeichnet, konzentriert sich die Theaterfassung von John von Düffel auf die unterschiedlichen Lebenswege und Schicksale der Geschwister Buddenbrook (gespielt von Marco Reimers, Flavio Kiener und Laura Uhlig) und deren Auswirkungen auf die Eltern (gespielt von Birte Kretschmer und Oskar Ketelhut) und das Familiengeschäft. Marc Becker führt Regie.

Mit „Tiet is Geld – Jetzt oder nie“ steht eine Komödie von Ruth Toma und Lars Büchel auf dem Spielplan. Im Mittelpunkt stehen drei Damen (gespielt von Meike Meiners, Beate Kiupel und Verena Peters), denen nicht mehr allzu viel Zeit im Leben bleibt. Der größte Wunsch der drei ist es, auf einem Luxusdampfer eine Kreuzfahrt zu machen. Doch ausgerechnet, als sie das Ersparte aus ihrer Skatkasse zur Bank bringen, wird diese ausgeraubt. Nun gut, was die Bankräuber konnten, können sie schon lange – nur besser. Eine turbulente Geschichte, die zu Herzen geht. Inszenieren wird – ebenfalls erstmalig am Ohnsorg-Theater – Krystyn Tuschhoff.

Im Ohnsorg Studio wird mit „Novecento – De Geschicht vun den Ozianpianist“ von Alessandro Baricco eine besondere Schifffahrt Inhalt einer Neuinszenierung sein. Eine besondere Schifffahrt, weil der Protagonist (gespielt von Holger Dexne) das Schiff sein Leben lang nicht verlassen wird. Das Stück erzählt die Geschichte eines Mannes, der als Säugling an Bord eines großen Ozeandampfers gefunden und großgezogen wurde. Er wird zu einem Klaviertalent und verzaubert die Passagiere an Bord durch seine magischen Klänge. Regie führt Jasper Brandis und Mario Ramos wird für die Musik verantwortlich sein.

Weiter geht es auf die nächste Reise mit „Nils Holgersson – En wunnerbore Reis“. Mit diesem neuen Klassenzimmerstück bringt das Ohnsorg Studio den bekannten Roman von Selma Lagerlöf mit dem Schauspieler Christopher Weiß zu den Kindern in die Klassen. So wird der schulische Ort zu einem Fantasieort und im besten Fall bleibt auch immer ein bisschen Theaterzauber – und natürlich Plattdeutsch – im Klassenraum. Bühnenfassung und Regie sind von Julia Bardosch.

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