Museen
HERE WE ARE TODAY. DAS BILD DER WELT IN FOTO- & VIDEOKUNST
Das neue Bucerius Kunst Forum eröffnet am 7. Juni 2019 mit der Ausstellung Here We Are Today. Das Bild der Welt in Foto- & Videokunst. Im Zentrum der Schau stehen hochaktuelle Fragestellungen unserer globalisierten Gesellschaft. Die knapp 90 gezeigten Fotografien und Videos konzentrieren sich auf die Themen Identität, Heimat, Vergangenheit, Verbrechen und Kapital. Die exemplarischen Positionen kommen von bedeutenden zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern wie Andreas Gursky, Pieter Hugo, Shirin Neshat oder Hito Steyerl. Die Ausstellung ist vom 7. Juni bis zum 29. September im Bucerius Kunstforum.
Öffnungszeiten: Ausstellung und Shop. Täglich 11:00 → 19:00 Uhr. Donnerstags 11:00 → 21:00 Uhr. Bitte beachten Sie die neue Adresse ab 7. Juni 2019: Alter Wall 12, 20457 Hamburg.
Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980. Fotografie neu ordnen
Im Rahmen seiner Ausstellungsreihe Fotografie neu ordnen unternimmt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) eine Bestandsaufnahme der deutschen Fotoszene um 1980. Der Ausgangspunkt ist die Zeitschrift Fotografie. Zeitschrift internationaler Fotokunst, die von Wolfgang Schulz (*1944) zwischen 1977 und 1985 herausgegeben wurde. Dazu lädt das MKG die Fotoexperten Reinhard Matz (Köln), Steffen Siegel (Folkwang Universität Essen) und Bernd Stiegler (Universität Konstanz) ein, ihr Forschungsprojekt über die 1980er Jahre mit den historischen Fotografien in der Sammlung des MKG in Beziehung zu setzen. Ziel der Zusammenarbeit ist eine fotografiegeschichtliche Archäologie der deutschen Fotoszene um 1980 am Beispiel der Zeitschrift Fotografie und ihrer Protagonisten. Die Ausstellung zeigt rund 150 Exponate von Wolfgang Schulz, Hans Christian Adam, Dörte Eißfeldt, Verena von Gagern, André Gelpke, Dagmar Hartig, Andreas Horlitz, Reinhard Matz, Angela Neuke, Heinrich Riebesehl, Wilhelm Schürmann, Holger Stumpf, Petra Wittmar und Miron Zownir, die Zeitschrift selbst sowie eine Reihe von eigens für die Ausstellung geführten Interviews mit Zeitzeugen.
Zwischen 1975 und 1985 ereignete sich im Feld der Fotografie Bemerkenswertes: Wichtige Galerien wurden gegründet und die Fotografie gelangte zunehmend in den Fokus des Kunstmarktes. Seit diesem Zeitpunkt war das Sammeln und Ausstellen von Fotografien in Museen nicht länger eine Ausnahme. Auf der sogenannten Mediendocumenta von 1977 hatte die Fotografie ihren ersten großen Auftritt. Grundlegende wissenschaftliche Bücher erschienen und nicht zuletzt wurde eine Vielzahl von Zeitschriften gegründet. Hierzu gehören sowohl Periodika, die seitdem den wissenschaftlichen Diskurs zum Fotografischen bestimmten (u.a. History of Photography, Fotogeschichte), als auch Journale, die sich an ein breiteres Publikum mit Interesse an Fotografie richteten (u.a. Camera Austria, European Photography, Volksfoto oder Fotokritik).
Zu dieser zweiten Gruppe zählte eine Zeitschrift, die zwischen 1977 und 1985 mit insgesamt 40 Heften erschien und für die ihr Herausgeber Wolfgang Schulz, studierter Physiker und fotografischer Autodidakt, einen ebenso prägnanten wie anspruchsvollen Namen fand: Fotografie. Zeitschrift internationaler Fotokunst (später Fotografie: Kultur jetzt). Die Zeitschrift scheint heute beinahe vollständig vergessen. Doch die Leistungen des Herausgebers und der beitragenden Autor*innen und Fotograf*innen verdienen es, genauer betrachtet zu werden. Die von ihnen gefundene Mischung aus Bildern und Texten ist eine bedeutende Quelle zur Erkundung einer fotografischen Szene, die um 1980 mit Nachdruck an der Etablierung der Fotografie als einer eigenständigen Kunstform arbeitete. Zugleich besitzen die 40 Hefte von Fotografie auch den Charme des Unabgeschlossenen und sind durch die persönlichen Vorlieben ihres Herausgebers geprägt. Eine konzentrierte Auseinandersetzung mit ihr bedeutet eine Rückkehr zu den Ursprüngen der jüngsten Fotogeschichte in Deutschland, die heute – überraschend genug – weitgehend verschüttet scheint.
Die Ausstellung gliedert sich in vier Kapitel: Sie würdigt das fotografische Werk von Wolfgang Schulz aus der Zeit um 1980, stellt Werke verschiedener Fotograf*innen vor, die in jener Zeit größtenteils ihren Weg in die Sammlung des MKG gefunden haben, präsentiert alle vierzig Ausgaben der Zeitschrift Fotografie (die in ihrem Nebeneinander ein eindrucksvolles gestalterisches Panorama ergeben) und lässt in Video-Interviews Zeitzeugen im Sinne einer „Oral History“ zu Wort kommen.
Wolfgang Schulz war nicht nur Herausgeber, der es sich als einer der ersten zur Aufgabe machte, „eine vollständige Sammlung der Gegenwartsfotografie mit dem Schwerpunkt auf deutscher Fotografie“ vorzulegen, sondern auch ein bemerkenswerter Fotograf. In seiner fotografischen Arbeit, wie auch in seiner Tätigkeit als Redakteur, versuchte Schulz sich festschreibenden Normen zu entziehen und verfolgte unterschiedliche Stile und Sujets. So folgte er bei seinen Irland-Bildern der erzählerischen Tradition der Bildreportage, erstellte aber auch eine streng dokumentarisch anmutende Typologie von Scheunen und deren Erscheinungsformen. Mit einer Serie über Unterholz wandte er sich dem Unspektakulären zu und porträtierte die Fotoszene, die bei ihm ein und aus ging. Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal überhaupt seine fotografischen Arbeiten aus der Zeit um 1980.
Die Werke aus der Sammlung des MKG geben Einblick in das breite künstlerische Schaffen der 1980er Jahre. Die Auswahl orientiert sich an den in der Fotografie veröffentlichten Bildstrecken und ist damit fraglos auch den Vorlieben des Herausgebers der Zeitschrift geschuldet, der sich weder um den Kreis um Bernd und Hilla Becher noch um Michael Schmidt zu interessieren schien und bewusst provozieren wollte. Heinrich Riebesehl (1938-2010) erkundete in seiner dokumentarischen Serie Agrarlandschaften die norddeutsche Landschaft. Wilhelm Schürmann (*1946) näherte sich in ähnlich nüchterner Weise einem hochsubjektiven Thema, dem Ort seiner Kindheit in der Steinhammerstraße in Dortmund. Sie werden ergänzt von Bildern urbaner Landschaften und Wohnarchitekturen. Riebesehl und Schürmann suchten ihre Motive in der bundesrepublikanischen Wirklichkeit, die sie umgab. André Gelpke (*1947) erkundete in seiner Serie Sex Theater im eigenen Auftrag das Rotlichtmilieu im Hamburger Amüsierviertel St. Pauli. Er verstand die Erotiktheater als Spiegelbild der Gesellschaft und als einen Ort, an dem sich die Doppelmoral des Publikums offenbart. Gelpkes Serie dokumentiert ebenso wie Miron Zownirs Bilder aus der SM-, Queer- und Transsexuellenszene im New Yorker Undergrund Wolfgang Schulz‘ Interesse am Nicht-Etablierten und für Subkulturen und Menschen am Rand der Gesellschaft.
Die Fotografieszene um 1980 war größtenteils männlich, in 147 Portfolios der Zeitschrift Fotografie wurden nur 24 Fotografinnen vorgestellt: Dörte Eißfeldt (*1950) verband in ihrer Arbeit Große Liebe (1980) fotografische Montagetechniken mit dem Prinzip der Serie und schuf in der Dunkelkammer Fotogramme über ihre eigene Lebenswelt. Ihre Position ist der „poetischen Fotografie“ zuzurechnen, wie die Fotografin Verena von Gagern (*1946) die „Darstellung privater Wirklichkeiten“ beschrieb. Von Gagern fotografierte Ende der 1970er Jahre im „emotionalen Raum“ der eigenen Familie, zu der beispielsweise ihre Aufnahme Barbara (1978) zählt. Petra Wittmar (*1955) verfolgte dagegen ein strengeres dokumentarisches Konzept. In ihrer Serie Spielplätze (1979) wirft sie einen kritischen Blick auf die triste Welt der modernen Großstadt.
Fotograf*innen: Wolfgang Schulz, Hans Christian Adam, Dörte Eißfeldt, Verena von Gagern, André Gelpke, Dagmar Hartig, Andreas Horlitz, Reinhard Matz, Angela Neuke, Heinrich Riebesehl, Wilhelm Schürmann, Holger Stumpf, Petra Wittmar und Miron Zownir
Rahmenprogramm: Im Rahmen der Ausstellung sprechen die Kurator*innen Reinhard Matz, Steffen Siegel, Bernd Stiegler und Esther Ruelfs sowie die Künstler*innen Dörte Eißfeldt und Verena von Gagern über den „Körper der Fotografie“, über „Das Dokumentarische in der Fotografie“ und über „Sammler, Bilder und Bananenkartons“. Im Herbst sind alle Fotografinnen aufgerufen, die ihre Arbeiten aus dem Zeitraum von 1977-1985 im Rahmen eines Portfolio-Views am 20. Oktober 2019 um 15 Uhr vorstellen möchten. Anmeldung werden erbeten bis zum 31. September 2019 unter fotografie@mkg-hamburg.de. Moderation: Esther Ruelfs und Ruth Stamm, Sammlung Fotografie und neue Medien am MKG. Hier findet sich das gesamte Programm zur Ausstellung.
Publikation: Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Spector Verlag.
Die Ausstellung ist vom 14. Juni bis zum 24. November im Museum für Kunst und Gewerbe.
Ausstellung: 2gether not alone

„Gemeinsamkeiten sucht man nicht. Gemeinsamkeiten schafft man sich“ Manfred Hinrich (1926-2015)2

Wie ein roter Faden zieht sich die Idee „2gether not alone“ durch das gleichnamige Ausstellungkonzept von Carolin Beyer und Marie-Luise Beyer: 2 Malerinnen, die sich mit dem Thema der Gemeinsamkeit nicht nur formal, sondern auch inhaltlich in ihren Bildern beschäftigen7
Caroline Beyer: Sie wurde 1962 in Hamburg geboren. Sie schloss 1997 ihr Studium mit Diplom an der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) mit dem Thema „Malerische Illustration-illustrative Malerei“ ab. Sie richtete ihren Fokus auf den Menschen. Das geschieht sowohl im Porträt als auch in der malerischen Beschreibung von Situationen und Konstellationen. Menschen in ganz besonderen Rollen regen den Betrachter an, die im Bild begonnene Geschichte weiter zu erzählen.
Marie-Luise Beyer: Sie wurde in Potsdam geboren, studierte von 1951-1956 an der Meisterschule für Mode (HAW) und ist seitdem als freiberufliche Malerin tätig. Die Betrachtung, die innere Auseinandersetzung mit den Dingen des Lebens, sind der Anfang eines Bildes, das zunächst nur im Kopf existiert. Es ist der besondere Blickwinkel, der das scheinbare normale zum besonderen macht.
Die Vernissage „Meets the artists“ ist am 27. und 28. Mai von 11.00 bis 16.00 Uhr, die „Finissage“ ist am Sonntag, 11. Juni von 16.00 bis 18.00 Uhr im Kunsthaus an der Alster, Alsterchaussee 3, 20149 Hamburg.
Dauer der Ausstellung: 4. Mai – 11. Juni 2017, Öffnungszeiten: Mi bis Fr 11-13 Uhr und 15 – 18 Uhr, Sa und So 11-16 Uhr und auch nach Vereinbarung.
ANDREAS MÜHE − PATHOS ALS DISTANZ
Mit Andreas Mühe (*1979 Karl-Marx-Stadt) stellt das Haus der Photographie der Deichtorhallen vom 19. Mai bis 20. August 2017 erstmals das junge, vielversprechende Œuvre des deutschen Fotografen vor, dessen ästhetische Wahrnehmung von der Welt des Theaters, der Inszenierung und der Verwandlung geprägt ist.
Die in enger Zusammenarbeit zwischen Andreas Mühe und Ingo Taubhorn, Kurator des Hauses der Photographie, inszenierte Ausstellung »Pathos als Distanz« unternimmt den Versuch eines Deutschlandbildes aus den Augen des Künstlers. Arbeiten aus allen Werkkomplexen Andreas Mühes finden im vom »Großen Festsaal« des Hamburger Rathauses inspirierten Hauptraum der Ausstellung im Zentrum des Hauses der Photographie in einer einzigartigen Inszenierung zusammen. Wie selbstverständlich werden Bezüge unter den Bildern aus bekannten Werkzyklen wie »Neue Romantik«, »Obersalzberg« oder »A.M.« aber auch bisher unveröffentlichte Arbeiten aus »Wald« oder »Jagd« sichtbar. Drei gesonderte Kabinette stellen in intimeren Rahmen Arbeiten aus drei Werkkomplexen vor, die als geschlossene Serien gezeigt werden, darunter »Haltung«.
Seine Werke beschäftigen sich mit Stimmungsklischees der Deutschen, Überhöhungen, Inszenierungen und Brechungen des Machtvollen. Jenseits von Heldenposen entsteht dabei bildnerisch geheimnisvolle Präsenz, so etwa in den Fotografien des Arbeitszimmers von Konrad Adenauer, den Häusern der DDR-Oberen in Wandlitz, dem italienischen Botschafter in seiner Vertretung oder den akribisch choreografierten Portraits von Künstlern und Politikern.
Die Ausstellung ist vom 19. Mai bis zum 20. August in den Deichtorhallen – Haus der Photographie.
START DER SONDERAUSSTELLUNG „BMW ART CARS“
An den ersten drei Tagen unserer Sonderausstellung bieten wir Museumsbesuchern des Automuseums PROTOTYP mit gültiger Eintrittskarte und bestätigter Anmeldung (Kontakt: info@prototyp-hamburg.de) um 16:00 Uhr eine kostenfreie Führung durch die BMW Art Cars-Ausstellung. Die Gruppengröße für diese Führungen am 11., 12. und 13. November ist begrenzt; also los geht‘s!
Die Sonderausstellung „BMW Art Cars“ zeigt einzigartige BMW-Fahrzeuge, die durch international berühmte Künstler wie z.B. Andy Warhol, Roy Lichtenstein und Jeff Koons zu rollenden Skulpturen wurden. Foto: Thomas von Salomon für BMW
Picasso. Fenster zur Welt
Das Motiv des Fensters zieht sich durch das gesamte Werk Picassos. Für ihn war es weit mehr als ein alltäglicher Gegenstand. Das Fenster thematisiert das Sehen, für Picasso ist es das Symbol der Malerei. Erstmals wird mit Picasso. Fenster zur Welt dieses zentrale Motiv beleuchtet. Anhand von rund 40 Arbeiten aus allen Schaffensperioden des Künstlers macht die von Ortrud Westheider kuratierte Ausstellung deutlich, wie Picasso in Phasen der Neuorientierung immer wieder zum Fenstermotiv zurückkehrte. Vom 6. Februar bis zum 16. Mai 2016 vereint die Ausstellung Leihgaben aus internationalen Sammlungen wie dem Museu Picasso de Barcelona, dem Museo Picasso, Málaga, dem Musée national Picasso, Paris sowie der Tate, London, dem Centre Pompidou, Paris oder dem MoMA, New York.
Das Schaffen Pablo Picassos (1881-1973) wurde von zeitgenössischen Kritikern in Perioden unterteilt. Sie benannten unterschiedliche Werkphasen, die sich stilistisch voneinander unterscheiden. Über diese Periodisierung gerieten Themen außer Acht, die sich über stilistische Brüche hinweg durch Picassos gesamtes Œuvre verfolgen lassen. Am Motiv des Fensters wird dies sichtbar: Es findet sich in unterschiedlichen Stilen im gesamten Schaffen des Künstlers. Mit Picasso. Fenster zur Welt widmet sich nun erstmals eine Ausstellung diesem zentralen Thema, das Picasso bis in sein spätes Werk beschäftigte. Ausgehend von den frühen Arbeiten zeigt die Schau im Bucerius Kunst Forum, wie er das Fenstermotiv wiederholt aufgreift und zum Anlass für Serien nimmt. Für Picasso galt das Fenster als Symbol der Malerei. Indem es das Sehen thematisiert und zwischen Innen und Außen vermittelt, steht es für künstlerische Selbstreflexion – ein in seiner Bedeutung bisher nicht erkanntes Moment.
Bereits als 18-Jähriger malte Picasso in seinem Atelier in Barcelona die erste Folge von Fensterbildern. Während das Fenster seit der Renaissance als Projektionsfläche einer Wirklichkeitskonstruktion erschien, markiert es bei Picasso die Schnittstelle zwischen Künstler und Welt. Immer wieder ruft er das Atelier als Produktionsstätte auf, in der sich der Maler die Welt vor Augen führt. Der Blick aus dem Atelierfenster wurde ihm für sein gesamtes Werk zur Herausforderung.
In Phasen der Neuorientierung kam Picasso Zeit seines Lebens auf das Fensterthema zurück und behandelte darin künstlerische Grundfragen. Sie stellten sich ihm beim Übergang in eine neue Werkphase, etwa beim Neubeginn nach dem Kubismus, ebenso wie im Zusammenspiel mit seinen Skulpturen oder in der anhaltenden Auseinandersetzung mit Henri Matisse. Sie wurden durch einen Ortswechsel oder einen neuen Lebensabschnitt provoziert. Sie konnten auch von einem neuen Atelier angeregt werden, aus dem der Künstler eine neue Schaffensphase hervorbrachte. Es entstanden Bildgruppen, die Picasso so wichtig waren, dass er sie häufig schon kurz nach Entstehen ausstellte. Auch in Picassos in den 1930er Jahren geschriebenen Gedichten ist das Fenster das Leitmotiv.
Picasso. Fenster zur Welt versammelt rund 40 Gemälde, Zeichnungen und druckgraphische Werke aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Die Leihgaben kommen aus internationalen Sammlungen wie dem Museu Picasso de Barcelona, dem Museo Picasso, Málaga, dem Musée national Picasso, Paris sowie der Tate, London, dem Centre Pompidou, Paris und dem Museum of Modern Art, New York. Rund 50 Aufnahmen von Photographen wie Robert Doisneau, Edward Quinn oder David Douglas Duncan zeigen Fenster als bestimmende Elemente in Picassos Lebens- und Arbeitsräumen und wie er sich vor ihnen in Szene setzte.
Der Katalog zur Ausstellung mit Beiträgen von Emilie Bouvard, Fabrice Flahutez, Esther Horn, Brigitte Leal, Androula Michaёl und Ortrud Westheider erscheint im Hirmer Verlag (München, 193 Seiten mit farbigen Abbildungen aller ausgestellten Werke, 29 € in der Ausstellung). Abb. Picasso, Femme Assise Près d’une Fenetre, 1932
Die Ausstellung läuft vom 6. Februar bis zum 16. Mai im Bucerius Kunst Forum.
Sonderausstellung „356 VIP – Very Important Porsche“
Die Sonderausstellung „356 VIP – Very Important Porsches“ erzählt von der Erfolgsgeschichte des Porsche 356. Bis zum offiziellen Produktionsende 1965 wurden mehr als 76.000 Fahrzeuge dieses Typs gebaut.
Fünfzig Jahre später präsentiert nun das Automuseum PROTOTYP eine Auswahl ganz besonderer Exemplare, die erstmalig in dieser Zusammenstellung zusammenfinden: vom ältesten noch erhaltenen Serien-Porsche aus der Anfangszeit im österreichischen Gmünd bis hin zu den Rennsport-Exoten der frühen 1960er Jahre.
Premiere feiern zwei kürzlich wiederentdeckte Porsche 356: das älteste noch existierende Coupé aus deutscher Produktion von 1950 sowie einer der legendären America Roadster, von denen Anfang der 1950er Jahre nur 17 Stück gebaut wurden.
Die Ausstellungsfahrzeuge:
1949sche 356/2 Beutler-Cabriolet, 1949 Porsche 356/2 Keibl-Cabriolet, 1949 Porsche 356/2 Gmünd-Coupé, 1950 Porsche 356 Chassis 5006, 1951 Porsche 356 Gläser-Cabriolet, 1952 Porsche 356 America Roadster, 1953 Porsche 356 1500 S USA de Luxe Cabriolet, 1957 Porsche 356 A 1500 Carrera GT Speedster, 1960 Porsche 356 B 1600 Carrera GTL Abarth, 1963 Porsche 356 B 2000 GS-GT „Dreikantschaber“, 1964 Porsche 356 C 2000 GS Carrera 2, 1964 Porsche 356 C 1600 SC Polizei-Cabriolet.
Die Sonderausstellung läuft bis zum 27. März 2016.
Das Automuseum Prototyp feiert die Eröffnung der Sonderausstellung „356 VIP – Very Important Porsches“ am Freitag, den 13.11.2015 zusammen mit den Besuchern des Museums. Die Öffnungszeiten werden hierfür an diesem Tag verlängert. Von 17:00 bis 20:00 Uhr erhalten Museumsbesucher auf der Sonderausstellungsfläche ein Begrüßungsgetränk, können an einer von mehreren Führungen durch die Sonderausstellung teilnehmen oder die Museumsmacher antreffen.
Jugendstil. Die große Utopie
Mit dem Ausstellungsprojekt „Jugendstil. Die große Utopie“ wagt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) einen neuen Zugang zu dieser Epoche. Anders als vor gut 100 Jahren, als der Jugendstil le dernier cri war, kann er heute über reine Stilgeschichte hinaus eine Parallele eröffnen zu komplexen Phänomenen, die nach wie vor gesellschaftliche Bedeutung haben: Ressourcenknappheit und Materialfragen, prekäre Arbeitsbedingungen und Konsumverhalten, ökologische und ästhetische Abwägungen in Herstellungsprozessen oder der Wunsch nach stilvoller, repräsentativer Inneneinrichtung sind nur wenige Aspekte, die zentral für die Reformbewegung um 1900 waren und auch heutige Konsumentscheidungen beeinflussen. Die gedanklichen Wurzeln und Motivationen des Jugendstils bilden daher die Grundlage in der Auswahl der Exponate und in der Neuinszenierung. Als zentrales Thema bleibt etwa die Weltausstellung 1900 in Paris als internationale Plattform modernen Designs wichtiger Bezugspunkt in der Neueinrichtung der ständigen Sammlung zum Jugendstil. Hinzu kommt die Flucht vor der europäischen Industrialisierung und Technologisierung zu Sehnsuchtsorten wie dem Mittelalter oder in die Natur. Ein weiterer Aspekt ist die Veränderung des Körpergefühls in der Reformmode und im neuen Tanz. Das Ausstellungsprojekt nähert sich mit über 450 Exponaten einer ideengeschichtlichen Verortung des Jugendstils als Reformbewegung mit ihren vielfältigen Facetten und Extremen. Mit besonderem Fokus auf dem Verhältnis von Natur und Technik beleuchtet sie unterschiedlichste Disziplinen, die über reines Kunsthandwerk hinaus bis in die Medizingeschichte und Filmtechnik reichen. An den Exponaten sind künstlerische Positionen abzulesen, die sich mit technologischen Neuerungen, aber auch mit Theorien von Karl Marx (1818-1883) bis Sigmund Freud (1856-1939) auseinandersetzen. Die Idealvorstellung vom höherwertigen Handwerk gegenüber dem Industrieartikel kollidiert jedoch mit den kommerziellen Wettbewerbsideen und Vermarktungsstrategien der damaligen Zeit. So bewegt sich das Ausstellungsprojekt auch an der Schnittstelle von Utopie und Kapitalismus. Zu sehen sind Gemälde, Skulpturen, Grafiken, Plakate, Bücher, Tapisserien, Reformkleider, Fotografien, Filme, naturwissenschaftliche bzw. medizinhistorische Apparaturen und Modelle. Zu den gezeigten Künstlern zählen u.a. Emile Bernard, Edward Burne-Jones, Peter Behrens, Carlo Bugatti, Mariano Fortuny, Loïe Fuller, Emile Gallé, Paul Gauguin, Karl Gräser, Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Fernand Khnopff, René Lalique, Elena Luksch-Makowsky, Charles R. Mackintosh, Madame D`Ora, Louis Majorelle, Paula Modersohn-Becker, William Morris, Alfons Mucha, Richard Riemerschmid, Dante Gabriel Rossetti, Louis C. Tiffany, Henry van de Velde. Die Sonderausstellung wird ermöglicht mit Mitteln aus dem Ausstellungsfonds der Freien und Hansestadt Hamburg und der Hubertus Wald Stiftung. Für die Neueinrichtung der Sammlung Jugendstil dankt das MKG seinen Saalpaten: Justus Brinckmann Gesellschaft, die Kunststiftung Christa und Nikolaus Schües, Hans-Joachim von Berenberg-Consbruch, Gabriele von Förster und Edgar Eduard Nordmann.
Die Ausstellung ist vom 16. Oktober 2015 bis zum 7. Februar 2016 im Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen.
Ausstellung EVERYWHERE AND NOWHERE beim Kunstverein Hamburg
Der Kunstverein in Hamburg freut sich, die neuste Soundinstallation, EVERYWHERE AND NOWHERE, von HOLLY HERNDON zu präsentieren, die in Zusammenarbeit mit MATHEW DRYHURST entstanden ist und am 5.8.2015 um 17 Uhr eröffnet. Die Soundwelten der US-amerikanischen Musikerin bestehen aus Klangfragmenten des Alltags wie Skype-Konversationen, Tastatur-Geräuschen oder subtilen und heftigen Körper-Bewegungen. Herndon beschäftigt sich dabei mit Themen wie Überwachung, digitalem Aktivismus und Gesellschaftstheorien. Vor kurzem veröffentlichte Herndon ihr zweites Album Platform auf dem Label RVNG Intl. / 4AD. Sie tritt weltweit auf und präsentierte ihre Installationen im Palais de Tokyo in Paris und im Guggenheim Museum New York. Mathew Dryhurst arbeitet als Künstler in Los Angeles und Berlin. Sein Audiostück MUSTER hatte vor wenigen Tagen Premiere auf Deutschlandradio Kultur.
Die Ausstellung ist eine Koproduktion des Kunstverein in Hamburg mit dem Internationalen Sommerfestival Kampnagel in Hamburg und dem Institut für Musik und Akustik des ZKM | Karlsruhe und wird begleitet von einem Veranstaltungsprogramm. Insbesondere möchten wir Sie auf die Eröffnung des Internationalen Sommerfestivals am 5.8. ab 18 Uhr aufmerksam machen. Am 20.8. um 22 Uhr stellt Holly Herndon ihr neues Album Platform beim Internationalen Sommerfestival vor und am 22.8. um 18 Uhr präsentiert das ZKM im Kunstverein ein Konzert mit Kompositionen von Ludger Brümmer, Orestis Karamnlis, Valerio Murat, Marc Richter und Alexander Schubert.
When We Share More Than Ever. Eine Ausstellung im Rahmen der Triennale der Photographie Hamburg 2015
Mehr denn je wird geknipst und digitalisiert – unzählige Aufnahmen sammeln sich auf Festplatten und in Clouds, werden im Internet geteilt und kommentiert. Portale wie Facebook und Flickr, aber auch professionelle Bilddatenbanken lösen jedoch nur andere, ältere Formen der Archivierung, des Transfers und der Interaktion ab. Im Rahmen der Triennale der Photographie Hamburg 2015 widmet sich das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) diesen neuen Sammlungen und Gebrauchsweisen der Fotografie. Das übergreifende, in die Zukunft weisende Motto der Triennale „The Day Will Come …“ nimmt das MKG zum Anlass, unter dem Titel „When We Share More Than Ever“ über das Teilen von Bildern nachzudenken. Die Ausstellung zeigt, wie der kontinuierliche und zunehmende Austausch digitaler Fotografien heute an die Geschichte des analogen Mediums anknüpft.
Seit ihrer Frühzeit Mitte des 19. Jahrhunderts dient die Fotografie dazu, visuelle Eindrücke festzuhalten, aufzubewahren und zu kommunizieren. In zehn Kapiteln beleuchtet die Schau ausgewählte Bereiche fotografischer Praxis, in denen das Sammeln und Teilen von Bildern eine Rolle spielte – und immer noch spielt. Sie zeigt über 200 historische Werke aus der Sammlung des MKG und stellt ihnen zwölf zeitgenössische künstlerische Positionen gegenüber. In ihren Arbeiten reflektieren die Künstler die Gebrauchsweisen der digitalen Fotografie und die Mechanismen und Auswirklungen der neuen Medien. Sie beschäftigen sich mit dem Internet als neuem Bildarchiv, mit neuen Bildersammlungen wie Apple Maps, mit Fotografien auf eBay oder mit dem Austausch von Bildern über Mobiltelefone.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die digitale Bildersammlung als Recherchequelle und Inspiration für die Gegenwartskunst sowie die Relevanz der klassischen analogen Sammlung in Bezug auf die heute vielbeschworene Bilderflut. Die Ausstellung wird ermöglich mit freundlicher Unterstützung des Ausstellungsfonds der Freien und Hansestadt Hamburg.
Die Ausstellung läuft vom 19. Juni bis zum 20. September im MKG – Museum für Kunst und Geschichte.
Streifzüge durch eine Hamburger Privatsammlung
Im Frühjahr 2015 ist erneut eine Hamburger Privatsammlung im Ernst Barlach Haus zu Gast. Seit den 1960er Jahren gewachsen, vereint sie Werke des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts: Qualitätvolle Landschaften und Figurendarstellungen in Malerei, Zeichnung und Plastik spannen einen Bogen von naturalistischen über impressionistische bis zu expressiven Strömungen in der deutschen Kunst um 1900.
Im Zentrum steht das malerische Schaffen Max Liebermanns, der mit Motiven aus seiner holländischen Zeit um 1880 ebenso vertreten ist wie mit späten Wannseegarten-Bildern aus den 1920er Jahren. Ergänzt wird dieses Konvolut durch Werkgruppen von Adolph Menzel, Lovis Corinth, Christian Rohlfs, Paula Modersohn-Becker, Käthe Kollwitz und Gabriele Münter; die Hamburger Kunstszene um 1900 ist unter anderem durch Bilder von Ernst Eitner, Otto Illies, Ivo Hauptmann und Franz Nölken präsent. Daneben setzen Bronzen von Ernst Barlach und Richard Scheibe sowie Gemälde von Wilhelm Busch, Wilhelm Trübner, Albert Marquet und Carl Hofer reizvolle Akzente.
Die Ausstellung Land und Leute vereint rund 70 Werke, deren Themenkreis »Figur und Landschaft« dank unterschiedlicher Künstlerpersönlichkeiten und -handschriften einen bemerkenswerten Facettenreichtum entfaltet. Dabei ist den Sammlungsobjekten eine eher stille, introvertierte Grundstimmung gemeinsam – es sind wohltemperierte Kabinettstücke mit Charme und Charakter. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Gabriele Münter, Strandbild Bornholm, 1919, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015, Isa. Kuratorenführungen: Dienstag, 17. März und 2. Juni 2015, jeweils 18 Uhr
Sonntagsmatinée am 26. April 2015, 12 Uhr: Streifzüge durch die Ausstellung mit Dr. Karsten Müller und Dagmar Lott-Reschke.
Die Ausstellung ist vom 1. März bis zum 28. Juni 2015 (Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, an Feiertagen auch Montag) im Ernst Barlach Haus im Jenisch Park zu sehen.
Tattoo
Im Winter unsichtbar verborgen, im Sommer öffentlich und stolz zur Schau getragen: Tattoos sind heute allgegenwärtig. Als kulturhistorische Konstante sind sie aber weit mehr als ein aktuelles Massenphänomen oder kultiges Modeaccessoire. Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) richtet den Blick auf das lebendige, innovative und vielfältige Thema Tattoo mit Augenmerk auf künstlerische, handwerkliche und kulturspezifische Fragen. Sie zeigt internationale Positionen aus verschiedenen Perspektiven und nimmt aktuelle Diskussionen auf. Erstmals umfasst eine Ausstellung diese breite Palette von Bezügen und zeigt das Phänomen mit Fokus auf Kunst und Design. Die bleibenden Bilder, Schriften und Symbole der Tattoos inspirieren ebenso Künstler und Designer. Ein Thema ist deshalb auch die gegenseitige Beeinflussung von Kunst, traditioneller Tattoo-Kunst und visueller Gestaltung. Die Ausstellung „Tattoo“ zeigt über 250 Arbeiten, darunter Fotografien, Farbholzschnitte, Gemälde und Skulpturen sowie Videoarbeiten und Audioinstallationen. Zu sehen sind auch historische Tätowier-Werkzeuge und Informationsstationen zu Farben und Pigmenten.
Mit der Schau blickt das MKG auch zurück auf die traditionsreiche Geschichte der Hamburger Tattoo-Szene, deren Wiege im Hafenmilieu des späten 19. Jahrhunderts zu finden ist. Legendäre Tätowierer wie Christian Warlich und Herbert Hoffmann stehen in Hamburg für den Beginn einer vielfältigen und ausdrucksstarken Kunstform, deren zeitgenössische Vertreter die gestalterischen Experimente mit Farben und Formen zu immer neuen Blüten bringen. „Tattoo“ ist eine Produktion des Gewerbemuseum Winterthur, Schweiz, kuratiert von Dr. Susanna Kumschick, und wird erstmals in Deutschland gezeigt. Für die Ausstellung im MKG entsteht ein umfangreiches Rahmenprogramm in Zusammenarbeit mit Hamburger Tattoo-Künstler/innen und Grafikdesigner/innen. Abb. Unbekannt, Maud Stevens Wagner, Tattoo Artist, USA; 1877-1961.
Die Ausstellungseröffnung ist am 12. Februar um 19.00 Uhr im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg. Die ausstellung läuft vom 13. Februar bis 6. September 2015.
Miró. Malerei als Poesie
Erstmals widmet sich eine Ausstellung Joan Mirós Verhältnis zur Literatur und seiner Freundschaft zu bedeutenden Schriftstellern. Mit rund 100 Werken aus allen Schaffensphasen geht die Schau im Bucerius Kunst Forum den literarischen Einflüssen auf Mirós Malerei nach und zeigt, wie er Dichter in seinem Umfeld inspirierte. Vom 31. Januar bis zum 25. Mai 2015 vereint Miró. Malerei als Poesie Leihgaben aus international renommierten Sammlungen wie der Successió Miró, der Fundació Miró in Barcelona, der Fundació Miró in Palma de Mallorca, dem Philadelphia Museum of Art, dem MoMA und der Tate.
Die Ausstellung ist bis zum 25. Mai im Bucerius Kunstforum.
Künstlerbücher und Boten. Werke von Edith Matzen Hirsch (Argentinien)
„Dass ich 1938 in Bollingstedt in Schleswig-Holstein geboren wurde und 1950 nach Argentinien emigriert bin, hat für mich eine große Bedeutung. Seit Antritt dieser Reise trage ich in meinem Gepäck den unerschöpflichen Schatz der schönen deutschen Sprache, ihrer Literatur, Poesie und Musik mit mir; aber ebenso die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts.
„Mit meinem Werk betrete ich die Welt der Symbole. Dadurch wird es mir möglich, in metaphorischer Weise meine Ideen und Erfahrungen zu materialisieren. Ich zeige in der Ausstellung einige Beispiele aus meinem Werk, die mir die Gelegenheit geben, nicht nur mit dem Wort zu arbeiten, sondern darüber hinaus meine Ideen auf verschiedenen Trägern und unterschiedlichen Materialien zu entfalten. Dafür habe ich Arbeiten ausgewählt, die seit dem Jahr 1996 entstanden sind. Sie beginnen an einem Punkt und entwickeln sich wie eine Spirale bis in die Gegenwart.
Eine meiner Inspirationsquellen sind diejenigen Menschen, die Solidarität in die Tat umsetzen. Der Zufall hat mir ermöglicht, in zwei verschiedenen Kulturen zu leben. Dadurch wird mein persönliches Universum erweitert und es gibt weder geografische Grenzen noch Schranken in meiner Phantasie.“ (Edith Matzen Hirsch)
Termin: 15. Januar bis 1. März. Ort: Bibliothek Hamburg, Ausstellungsraum, Erdgeschoss, Eintritt frei.
Lisa Oppenheim – Forever is composed of Nows
Laufzeit der Ausstellung: 27.9.2014 – 18.1.2015 im Kunstverein zu Hamburg. Eröffnung: 26.9., 19 Uhr, Künstlergespräch mit Lisa Oppenheim: 27.9., 16 Uhr
This is my letter to the world – That never wrote to me (Emily Dickinson)
In den letzten zehn Jahren hat die Künstlerin Lisa Oppenheim kontinuierlich einen einzigartigen Werkkomplex entwickelt, der den Gebrauch und die Transformation von präexistenten Bildern untersucht. Die Ausstellung Forever is Composed of Nows zeigt ihre aktuellsten Arbeiten. Oppenheims Auseinandersetzung mit der Fotografie ist konzeptuell: Ihre Arbeiten gehen vom Material aus, von den Techniken des Mediums und befragen die Bedingungen der Bildproduktion. Sie analysiert die indexikalischen und dokumentarischen Eigenschaften der Fotografie und die Art und Weise, in der ihre technischen Vorrichtungen in spezifischen kulturellen und historischen Kontexten verwurzelt sind. In der Ausstellung im Kunstverein nutzt Oppenheim neue Materialien wie Textilien und Keramik als Trägermedien und erweitert damit ihre Untersuchung der fotografischen Repräsentationsmöglichkeiten.
Der Titel der Ausstellung ist ein Zitat von Emily Dickinson und verweist auf eine Vorstellung von Geschichte, die Oppenheims gesamte künstlerische Praxis durchzieht. Während sie die Bildsprache einer jüngeren oder ferneren Vergangenheit aufgreift, ist es stets die Gegenwart, in der Oppenheim die Erfahrung des Produzierens und Rezipierens verortet. In La Quema (2014) erzeugt die Künstlerin Fotografien, die den Rauch eines Brennofens, aufgenommen vom wegweisenden mexikanischen Fotografen Manuel Álvarez Bravo, zeigen, und belichtet sie in einem performativen Akt durch den Lichtschein eines Feuers. Diese Serie wird von Keramikfliesen komplettiert, deren Tonerde aus den verschiedenen mexikanischen Regionen stammt. Die Jacquard Weaves (2014) sind speziell gewebte Textilien, die mit digitalen Bildern der Textilsammlung Seth Siegelaubs erstellt wurden. In diesem Projekt verbindet die Künstlerin mit fotografischen Mitteln das Erbe konzeptueller Methoden mit den frühen Computertechnologien, deren Störungen und Interferenzen unser digitales Zeitalter bestimmen. Repräsentation und künstlerischer Prozess sind in Oppenheims Praxis konsistent. Ihre Bilder werden im Lichte einer buchstäblichen wie metaphorischen Gegenwart neu formuliert: Ein Licht in der Dunkelkammer erzeugt das Bild eines anderen Rauches aus einer anderen Zeit, dessen Ursprung nur noch in Spuren zum Vorschein kommt. Was zählt ist, was sich verändert hat.
Nature is a haunted house–but Art–is a house that tries to be haunted. (Emily Dickinson)
Zur Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Grazer Kunstverein und FRAC Champagne-Ardenne Oppenheims erste monografische Publikation herausgegeben, die bei Sternberg Press erschienen ist. Lisa Oppenheim wurde 1975 in New York geboren, wo sie lebt und arbeitet. 2002 erhielt sie ihren MFA an der Milton Avery Graduate School for the Arts am Bard College und nahm kurz danach am Independent Study Program des Whitney Museums teil. Zwischen 2004 und 2005 war sie Resident an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam. Ihre Arbeiten wurden zuletzt im Museum of Modern Art, im New Museum, im 21erHaus in Wien und im Grazer Kunstverein gezeigt. Zurzeit oder in Kürze sind Oppenheims Arbeiten im Guggenheim Museum NY, FRAC Champagne-Ardenne, Deutsche Bank Kunsthalle Berlin, Art Gallery of Ontario, MASS MoCA, The Israel Museum und im J.Paul Getty Museum in Los Angeles zu sehen.
Die Ausstellung wird gefördert und unterstützt von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, der Rudolf Augstein Stiftung und Adolf Fette GmbH & Co KG.






