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»Es bleibt Gott, der der Stärkste ist«

Fanny Ardant in Arthur Honeggers »Jeanne d’Arc au bûcher«. Vor etwas über 600 Jahren wurde in Lothringen Jeanne d’Arc geboren. Der Tochter eines wohlhabenden Bauern erschienen im Alter von 13 Jahren die Heiligen Katharina und Margarete sowie der Erzengel Michael. Ihr Auftrag für Jeanne: Befreiung Frankreichs von der Herrschaft der Engländer. Mit dem Schlachtruf »Für Gott und Vaterland« setzte Jeanne sich an die Spitze der Truppen des Dauphins, verhalf ihnen in Orléans zum Sieg und führte Karl VII von Frankreich zu seiner Krönung nach Reims. 1430 wurde sie von den Engländern gefangen genommen und ein Jahr später in Rouens auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Das Leben der Jungfrau, Märtyrerin und französischen Nationalheldin fasziniert Dramatiker, Komponisten und Filmemacher aus allen Ländern bis heute. Den Schweizer Komponisten Arthur Honegger inspirierte die Gestalt der furchtlosen Glaubenskämpferin zu einem einzigartigen musikalischen Portrait. Ausgehend vom Tag der Hinrichtung rekonstruiert er in seinem dramatischen Oratorium »Jeanne d’Arc au bûcher« das Schicksal Jeannes in einer Folge teils realer, teils imaginärer Rückblicke. Den Kompositionsauftrag erhielt Arthur Honegger von der Tänzerin, Choreografin und Mäzenin Ida Rubinstein, ihr schwebte eine Art Mysterienspiel vor.

Als Textdichter war Paul Claudel vorgesehen, der den Auftrag jedoch zunächst ablehnte. Nachdem der gläubige Katholik auf einer Zugfahrt von einer Vision ereilt wurde, bei der ihm ein Bild von gefesselten Mädchenhänden erschien, die das Kreuzzeichen machten, nahm er den Auftrag doch an. Generalmusikdirektorin und Intendantin Simone Young übernimmt die musikalische Leitung der beiden konzertanten Aufführungen von »Jeanne d’Arc au bûcher« in der Hamburger Laeiszhalle. Für die Titelrolle konnte sie Fanny Ardant gewinnen. Die französische Schauspiellegende feierte mit ihrer Interpretation der Jeanne d’Arc unter anderem bei den Salzburger Festspielen und in Moskau große Erfolge. Als Solisten sind der französische Bariton Jean-Philippe Lafont (Frère Dominique), Solen Mainguené (La Vierge), Katja Pieweck (Marguerite), Deborah Humble (Catherine), Jürgen Sacher (Porcus/Héraut 1/Une Voix/Le Clerc) und Wilhelm Schwinghammer (Héraut 2/Une Voix) mit dabei. Daneben gibt es zahlreiche Sprechrollen, die die beiden Schauspieler Wiliam Nadylam und Vladislav Galard übernehmen.

Die (konzertante) Uraufführung von »Jeanne d’Arc au bûcher« fand 1938 in Basel statt, 1942 wurde in Zürich erstmals eine szenische Produktion gezeigt. In Hamburg wurde das Werk erstmals 1950 aufgeführt, die Inszenierung stammte von Günther Rennert.

Premiere: Sonntag, 19. Oktober 2014, 18.00 Uhr, Vorstellung: 22. Oktober 2014, 19.30 Uhr in der Laeiszhalle Hamburg.

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Rechtsanwälte Lemke Hildebrand

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