Die 26. Ausgabe des „Hanse Rendezvous“: Hamburg diskutiert über die Filmhochburg Hamburg
„Filmhochburg Hamburg?!“ Dies war eines der Themen, die bei der Kulturnetzwerkveranstaltung „Hanse Rendezvous“ Macher und Multiplikatoren aus den Bereichen Musik, Film, Theater, Medien und Wirtschaftbeschäftigte. Rund 150Gäste kamen in der Markthalle zusammen.
Die Gesprächsgäste Johannes Züll(Geschäftsführer Studio Hamburg Holding), Maria Köpf(Geschäftsführerin der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein) und Friedemann Fromm(Regisseur) sprachen in der einleitenden Talkrundevor allem über gute Drehbücher, die Fernsehquote und wie sich Hamburg als Filmstandort positioniert.
Johannes Züll, seit 2014Vorsitzender der Geschäftsführung der Studio Hamburg Gruppe,ist froh darüber, dass das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreibt. Er möchte viele neue kreative Projekte anstoßen. Seiner Meinung nach sind die Fernsehproduktionen auf einem guten Weg.Die großen Senderbedienen die Quote und nicht die Ansicht des Feuilletons. In der Diskussion über den Filmstandort Hamburg ist es zu kurz gegriffen, sich nur mit Berlin oder München zu vergleichen. Im internationalen Wettbewerb kämpfen viele andere Länder wie z.B. Tschechien, Italien, Ungarn um die Budgets. Die Stadt Hamburg sollte sich auf jeden Fall über die Multiplikationseffekte der Filmförderung Gedanken machen.
Maria Köpf ist seit 2016 die neue Chefin der Filmförderung Hamburg und Schleswig-Holstein. Sie macht sich Gedanken darüber, wie Hamburg als Filmstandort gestärkt werden kann. Momentan beschäftigt Maria Köpf die Frage, wie Drehbücher besser werden. Wieviel Zeit und wieviel Geld brauchen die kreativen Filmschaffenden, um ihre Stoffe so gut wie möglich zu entwickeln? Und welche Hilfe kann der Standort Hamburg dafür leisten? Ihr Ziel ist es, interessante Dreharbeiten nach Hamburg zu holen, damit wieder gute Hamburg-Filme entstehen. In Hamburg gibt es ihrer Ansicht nach tolle Bedingungen, um mehr auf die Beine zu stellen. Filmtourismus ist für sie ein sehr spannendes Thema. Die Filmförderung Hamburg und Schleswig-Holstein wird die Gespräche mit Hamburg Marketing intensivieren, um diesen ökonomischen Wert zu steigern. Maria Köpf stimmt Johannes Züll nur bedingt zu, was die Quote angeht. Die Alldominanz des Fernsehens wirkt sich ihrer Meinung nach auf das Zuschauerverhalten aus und hat eine Relevanz für die Themen bei Kinoproduktionen.
Friedemann Frommmuss als Regisseur oftmals seine Ellenbogen ausfahren und für seine Projekte kämpfen. Er beklagt eine generelle Mutlosigkeit des deutschen Fernsehens, gleichzeitig steckt das meiste Geld im gebührenfinanzierten Fernsehen. Die Projekte,die angeschoben werden, würden ohne Fernsehen nicht stattfinden. Friedemann Fromm bemängelt, dass viele gute Fernsehproduktionen z.B. aus den skandinavischen Ländern mit deutschen Mitteln finanziert sind. „Wir machen uns in Deutschland zu klein. Wir haben die größten Sender, das meiste Geld und kofinanzieren tolle Projekte in Europa, aber kriegen es nicht hin, von uns aus europäische Großproduktionen zu machen.“ Hamburg könnte seiner Meinung nach im Auftreten als Filmstadt selbstbewusster sein. Der Hamburger Nachwuchspreis ist eine wunderbare Veranstaltung, die sich nicht hinter Münchner Glamour oder Berliner Hype verstecken sollte.
Neben den Talkteilnehmern ergriffen auch weitere Gäste das Wort und präsentierten ihre persönlichen Kulturtipps auf der „Hanse Rendezvous Kulturkiste“. Diese fungiert als offenes Podium der Veranstaltung und bietet jedem die Gelegenheit, sich Gehör zu verschaffen. Beim „Hanse Rendezvous-Quiz“ wurden am späten Abend noch einmal die grauen Zellen aktiviert und die Anstrengungen mit tollen Preisen belohnt. So gewann Line Hoven Karten für ein Locationscouting im Hamburger Hafen und nimmt Valerie Schäfers mit. Christiane Filla bekam sechs Karten für das „Elena“-Konzert im Mojo Club und bestimmte direkt beim Hanse Rendezvous ihre Begleitung zu dieser Veranstaltung. Stefanie Döbler ist zwar schon Mitglied bei MeridianSpa, freute sich aber trotzdem über die gewonnene Monatsmitgliedschaft. Iris Gebing gewann Karten für „Gabi Mut –Vom Leben geschlagert“ im Schmidtchen und freute sich ebenfalls mit ihrer Gruppe über diesen Preis.
Zu den Gästen zählten u.a.: Andra Lüdke (Schauspielerin), Gustav Peter Wöhler(Schauspieler), Sandra Borgman (Schauspielerin), Katja Danowski (Schauspielerin), Saskia Fischer(Schauspielerin), Marek Harloff (Schauspieler), Christoph Kottenkamp (Schauspieler), Kailas Mahadevan (Schauspieler), Jana Voosen(Schauspielerin), Cem-Ali Gültekin (Schauspieler), Neil Malik Abdullah (Schauspieler). Fotos: Friedemann Fromm, Maria Köpf, Johannes Züll.





