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Der Ghetto Swinger

Der Ghetto Swinger_Foto Tino CrisóGil Mehmert, der bereits „Der Mann ohne Vergangenheit“ hinreißend und mit großem Erfolg in den Kammerspielen inszeniert hat, war von der Geschichte Coco Schumanns schlicht überwältigt und hatte den Traum, sie eines Tages auf die Bühne zu bringen. Charakteristisch für Gil Mehmerts Erzählweise ist der musikalisch-bunt-choreographische Stil, für den er bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde, und der erahnen lässt, wie berührend und dennoch beschwingt Cocos Geschichte in den Kammerspielen klingen und aussehen könnte.

Coco Schumann wird 1924 als Heinz Jakob Schumann geboren und wächst in Berlin auf, wo der heute 88-Jährige wieder lebt. Schon als kleiner Junge ist Coco fasziniert vom Glanz der Unterhaltungsmusik, was ihn sehr früh in die Szene der „Swings“ führt. Die „Swings“ waren Jugendliche, die den Jazz als ihre anarchische Ausdrucksform gegen die Unkultur der Nazis stellten. Für Coco, Sohn einer jüdischen Mutter und eines deutschen Dekorateurs, ist das höchst gefährlich und bringt ihn schließlich erst nach Theresienstadt, dann nach Auschwitz und zuletzt nach Dachau. Seine Herkunft und die verbotene Swing-Musik werden ihm zum Verhängnis. Die Musik aber ist gleichzeitig seine Rettung vor dem Tod. Cocos Chuzpe, eine unglaubliche Portion Glück, seine Musik natürlich und diverse Schutzengel bringen ihn wieder zurück in sein Berlin! Dort landet er in einem Jazzlokal inmitten seiner alten Kollegen, die längst wieder gemeinsam musizieren, und so nimmt er ein Instrument und beginnt zu spielen…  „Morgens stand in großen Lettern unter meinem Konterfei in einer bekannten Tageszeitung: „Coco Schumann: Das schreckliche Leben einer Jazz-Legende“! Aber das stimmt nicht. Nein, mein Guter, sage ich angesichts des hellen Planeten, wild und bunt lief es, manchmal zu lang und immer zu kurz, das Leben hat sich unglaublich böse und entsetzlich schön gezeigt. Nur eines war es mit Sicherheit nicht: schrecklich.“

Coco Schumann
Coco Schumann wurde 1989 für seine Verdienste um die Musik, für sein großes aufklärerisches Engagement als Zeitzeuge und nicht zuletzt für seine Autobiografie „DER GHETTO SWINGER – Eine Jazzlegende erzählt“ mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse geehrt. 2008 erhielt er den Verdienstorden des Landes Berlin.

Helen Schneider, US-Gesangslegende, Musicalstar, Schauspielerin, Jazz-Lady, DIVA-Preisträgerin… Die Liste ließe sich bequem noch fortsetzen, denn Helen Schneider ist ein der wandlungsfähigsten und spannendsten Sängerinnen unserer Zeit. In den 80er Jahren hatte die Künstlerin mit der markanten Stimme mit „Rock ’n’ Roll Gypsy“ und „Shadows of the Night“ große Hits. Später wurde sie eine gefeierte Musicaldarstellerin, u.a. in Produktionen wie „Cabaret“, „Evita“ oder „Sunset Boulevard“. Zuletzt war sie während der Privattheatertage mit dem Abend „Verwandlungen“ an den Hamburger Kammerspielen zu sehen und im Altonaer Theater Abend „Hello I´m Johnny Cash“ an der Seite von Gunter Gabriel.

Die Uraufführung ist am 7. Januar um 19.00 Uhr im Theater Haus im Park. (Foto: Tino Crisó)

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