Tax For Free – Scholz und Tschentscher geben einen aus und Michael Kohlhaas wundert sich
HELGE SCHMIDT UND TEAM THEATERPROJEKT SPÜRT VERWICKLUNGEN DER POLITIK NACH 2018 deckte eine Investigativ-Recherche zu Cum-Ex-Geschäften den größten Steuerskandal in der Geschichte Europas auf: Mindestens 55 Milliarden Euro ließen sich Investor*innen, Banken und Spekulant*innen durch den Dreieckshandel von Aktien zu Unrecht vom Fiskus erstatten. Zwei Jahre später stehen einige Akteur*innen vor Gericht, die Machenschaften aber längst nicht mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Dabei sind nach wie vor viele Fragen offen: Was wusste die Politik? Wurde bewusst weggeschaut? Standen die Reichen gar über der Allgemeinheit?
In Zusammenarbeit mit Investigativ-Journalist Oliver Schröm (ARD-Magazin Panorama) und dessen Kolleg*innen erzählt das Team um Theaterregisseur Helge Schmidt mit „Tax for free – Scholz und Tschentscher geben einen aus und Michael Kohlhaas wundert sich“ die Chronik eines politischen Skandals: Der Stadtstaat Hamburg fordert im Jahr 2016 von der Privatbank M.M. Warburg & CO 47 Millionen Euro Steuern aus mutmaßlichen Cum-Ex-Geschäften zurück. Dann jedoch trifft sich der Mitinhaber der Bank mit dem Regierenden Bürgermeister Olaf Scholz. Innerhalb weniger Tage entscheidet sich die Finanzbehörde unter Senator Peter Tschentscher dazu, auf die Erstattung zu verzichten… Gerahmt von Interviews mit Politiker*innen, Journalist*innen und Nichtregierungsorganisationen beschreibt die Inszenierung anhand dokumentarischen Materials die Nähe von Finanzwirtschaft und Politik. Inhaltlich und personell knüpft das Stück dabei an die 2019 mit dem Deutschen Theaterpreis FAUST ausgezeichneten Cum-Ex Papers (Uraufführung 2018) an, stellt mit Rückgriff auf Heinrich von Kleists tragische Figur Michael Kohlhaas nun aber die Frage: Wann ist ein System so ungerecht, dass Bürger*innen sich wehren müssen? Hintergrund Die Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals beschäftigt inzwischen auch die Hamburger Bürgerschaft. Im Oktober 2020 installierte das Länderparlament einen Untersuchungsausschuss zur „Klärung der Frage, warum der Hamburger Senat und die Hamburger Steuerverwaltung bereit waren, Steuern in Millionenhöhe mit Blick auf Cum-Ex-Geschäfte verjähren zu lassen und inwieweit es dabei zur Einflussnahme zugunsten der steuerpflichtigen Bank und zum Nachteil der Hamburgerinnen und Hamburger kam“. Link: https://www.hamburgische-buergerschaft.de/fachausschuesse/14545864/pua-cum-ex/





